Was macht eigentlich die Wiesn-Pressestelle?

Wiesn-Presse. Ein bisschen Respekt hatte ich ja schon… was kommt da auf mich zu? Als ich meine Arbeit im August antrete, stehen die großen Zelte schon längst, die kleinen werden gerade aufgebaut. Seit dem habe ich das Gefühl, die Wiesn hat angefangen.

An meinem zweiten Arbeitstag lerne ich meine Kollegin Sarah kennen. Wir beide sollen schon bald das Wiesn-Pressebüro besetzen, können uns aber noch nicht so recht vorstellen, wie das aussehen soll. In den ersten Tagen bekommen wir Rechercheaufgaben zu den verschiedensten Themen. Die Essensangebote der Zelte und Imbiss-Standl abfragen, Infos zu den Kinderfahrgeschäften finden, Einladungen für Pressetermine verschicken – alles, was der Presse dient oder einmal dienen könnte.

Während sich unser Veranstaltungsbüro um die Schausteller, Wirte, Standbesitzer sowie deren Zulieferer, Bauarbeiter, und sonstigen Helferlein kümmert, versuchen wir uns einen Überblick zu verschaffen. Die verschiedensten Medien aus der ganzen Welt wollen über das Oktoberfest berichten – und Sarah und ich fahren unsere ganzen Antennen aus, um uns zu merken und zu verstehen, wer wann wo was drehen darf – und wer nicht, und warum, und für wen, und für wen nicht. Das ist am Anfang etwas verwirrend, aber irgendwann haben wir den Dreh raus – und schon sitzen wir in unserem eigenen Büro und warten auf die Journalisten.

Und sie kommen. Erst nach und nach, und auf einmal geballt. Bei wichtigen Presseterminen stehen sie auf einmal Schlange, und dann muss es schnell gehen – denn Zeit ist ja bekanntermaßen knapp bei der Presse! Einer nach dem anderen bekommt seine Dreh- oder Fotogenehmigung, um sich in das Getümmel zu stürzen – auf der Jagd nach der besten Story.

Seit Wiesn-Beginn sind die meisten versorgt, und Sarah und ich haben schon gerätselt, was von nun an unsere Aufgabe sein wird – bis das Telefon klingelt. Einmal. Zweimal. Und dann stellen wir fest: Jetzt wird berichterstattet, und alles, was die Journalisten nicht wissen, wissen wir. Na gut, sollten wir wissen. Da gibt es die Geschichte mit dem Rollstuhlfahrer, der sich eine Fahrt im Riesenrad gegönnt hat – und sich dann bei Fahrtende aus seinem Rollstuhl erhoben hat, und davon ging. Spontanheilung, meinen wir. Da klingelt das Telefon gut und gerne an die zehn Mal, ob wir schon wissen, wer der Besitzer ist, ob wir ein Foto haben – und wo der Rollstuhl jetzt ist?

Im Fundbüro, war die häufige Antwort. Also, Fototermin mit dem Fundbüro vereinbaren, Rollstuhl fotografieren. Das ist übrigens generell eine sehr beliebe Anlaufstelle. „Gibt es da denn schon ein paar interessante Dinge, die abgegeben wurden? Wisst ihr da schon was?“

Oder das Wiesn-Baby. Auch eine sehr beliebte Story. Der liebe Opa kam extra vorbei, und hat uns ganz stolz mitgeteilt, dass die Schaustellerfamilie Nachwuchs bekommen hat. Pressemitteilung raus, Anruf rein – aber keine 30 Sekunden später! Wie man denn den Babynamen ausspricht? Die Presse-Mädls haben Antworten auf alles. „Den Opa anrufen! Nummer steht in der Pressemitteilung!“ Ahh… tönt es da aus der Leitung. Gute Idee!

Wenn der Schöpfer der Wiesn eine Telefonnummer hätte – manchmal meinen wir, es wäre unsere. Wie viele Menschen denn bis morgen Abend auf der Wiesn waren? Warum die Wiesn heuer so leer / so voll / so kalt / so anders / so wie immer ist?

Da kommt dann auch gerne mal ein Drehteam aus England, die so gar nicht wissen, was die Wiesn denn eigentlich ist? Warum gibt es das denn überhaupt? Gut, dass wir ein bisschen was wissen, in der Pressestelle.

Ein toller Arbeitsplatz, mit super netten Kollegen und den verschiedensten Menschen, die man jeden Tag kennenlernt. Die Wiesn mit ihrem Charme und ihrer ganz besonderen Atmosphäre dringt bis in die Presse, sodass die meisten (!) sehr entspannt und gut gelaunt in den Tag starten und wieder zurück kommen. Und uns dann ganz gespannt erzählen, was sie alles entdeckt haben.

Alle Informationen rund um die Wiesn finden Sie hier und falls Sie noch ein paar Inspirationen für kreative Accessoires benötigen, haben wir hier ein paar Ideen!
Hier gehts zu unserer Wiesn Blogparade.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Was es alles gibt 🙂
    Ein wirklich gut gelungener Artikel. Stelle mir die Arbeit in der Pressestelle auf dem Oktoberfest sehr spannend aber auch anstrengend vor.
    Viele Grüße Lars

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