Heiß auf Eis: 5 Eisdielen in München und ihre süßen Geheimnisse

Die Perfektion eines heißen Sommertages in München? Für die einen ist das eine kühle Radlermaß im Biergarten, für die anderen, mit einem Eis in der Hand durch die aufgeheizten Straßen der Stadt zu schlendern. Unsere Autorin Alexandra kann der süßen Versuchung in Form von Eiskugeln in der Waffel im Sommer nur selten widerstehen. Sie hat 5 Eisdielen in München für Euch besucht und dabei auch ein paar Küchengeheimnisse mitgebracht.

1. gecobli Gourmet Gelateria: Die Zutaten herausschmecken

„Und, schmeckst Du es heraus?“, will Nico wissen. Ja, ich schmecke es heraus. Alles. Den Hibiskus und die Limette. Das Basilikum und den Pfirsich. Die Minze und die Wassermelone. Den Gin und das Tonic. Den zitronigen Earl Grey und den rosa Pfeffer. Die Pistazie. Das Eis mit iranischen Pistazien ist einer der Topseller, neben Salz-Karamell, erfahre ich von Nico, der schon während seines Studiums in den USA in der WG-Küche an eigenen Eisrezepten getüftelt hat und sich mit der gecobli Gourmet Gelateria in der Schellingstraße einen Traum erfüllt hat.

In sein Eislabor kommen nur die besten Zutaten, von denen er genau weiß, wo sie angebaut werden. Anstatt Extrakt verwendet er Vanille-Schoten aus Tahiti, das Schoko-Sorbet besteht aus 70 Prozent belgischer Schokolade, den feinen ecuadorianischen Grand Cru Kakao bezieht er von einer Familien-Chocolaterie in Berlin. Dass in der gecobli Gourmet Gelateria der Geschmack im Vordergrund steht, kann ich definitiv bestätigen, eine Sorte zergeht intensiver auf meiner Zunge als die andere. Und cremig sind sie, so cremig, allen voran Banane-Walnuss. Wer Eis in der Waffel mehr mag als im Becher, sollte die Waffel aus Kokoskohle kosten. Der Hit in diesem Sommer ist übrigens das Wassermeloneneis.

Der Preis pro Kugel liegt bei 1,60 EUR. Eine Kugel Pistazie kostet 2,00 EUR.

Wer sich bei sommerlichen Temperaturen einmal selbst an der Zubereitung von Eis versuchen möchte, hier Nicos Rezept für zu Hause für (fast) jede Art von Fruchtsorbet:

  • 250 g Himbeeren (oder eine andere Frucht)
  • 15 ml Zitronensaft, frisch gepresst
  • 180 ml Wasser
  • 90 g Zucker
  • 45 g Traubenzucker
  • 1 g Salz

Das Rezept ist auf haushaltsübliche Eismaschinen abgestimmt. Da die Herstellung von Eis viel mit Physik und Chemie zu tun hat und eine Wissenschaft für sich ist, sollte alles aufs Gramm genau abgewogen werden. Der hohe Fruchtanteil stellt jedes handelsübliche Fruchteis in den Schatten, verspricht Nico. Da die meisten heimischen Tiefkühlschränke sich nur bedingt zum Lagern von selbst gemachtem Speiseeis eignen, empfiehlt es sich, das Fruchtsorbet sofort zu genießen.

gecobli Gourmet Galeria
Schellingstraße 15
80799 München

2. Eis Wilhelm: Freezeburger, Tinderella und tolle Toppings

Eigentlich bin ich wegen des „Freezeburgers“ hergekommen, dem mit Marmelade in einer Art Sandwich eingebackenem Eis, mit dem sich Lukas und Nik von Eis Wilhelm innerhalb kürzester Zeit einen Namen gemacht haben. Die „Krapfen-Eis-Semmel“ sei jedoch mehr was für kühle Regentage, meint Nik. Also doch ein „normales“ Eis. Wobei es eigentlich nicht ganz passt, bei den Eiskreationen im Eis Wilhelm von „normal“ zu sprechen. Zwar findet der Eisliebhaber hier ganz klassische Sorten, doch sind diese extrem raffiniert aufgepeppt. So wird auf das Aprikosen-Sorbet frischer Ingwer geraspelt, auf das Erdnuss-Eis kommt eine Miniportion Bacon als „Crowning“, oder wie wäre es mit einem Schuss Kokos-Mango-Chili-Püree? Nicht nur süß, sondern auch saftig und knusprig – Eisessen bei Eis Wilhelm bedient gleich mehrere Geschmackssinne.

Mango-Basilikum, Banane-Petersilie, Apfel-Karotte, Vanille mit Blutorangenmarmelade, Maracuja mit Mascarpone – die Mischungen sind einfach eine Wucht. Ich bin jedenfalls hin und weg von meinem „Titanic“-Becher, bei dem ich direkt fünf verschiedene Sorten probieren kann. Apropos Sorten: Im Eis Wilhelm legt man mehr Wert auf frische Zutaten als darauf, möglichst viele Sorten im Angebot zu haben. Das Sortiment wechselt täglich. Wer es klassisch mag mit Schokolade, Erdbeer und Vanille, für den gibt es den „Tinderella Dating Becher“.

Die Kugel Eis ist für 1,50 EUR zu haben.

Eis Wilhelm
Lenbachplatz 7
80333 München

3. True & 12: „Truly artisan“- mit frischer Milch von bayerischen Kühen

Leider ist mein Favorit an diesem Tag nicht im Angebot – der „Happy Monkey“, eine Mischung aus Banane, Schokolade und Zimt, sozusagen der „Evergreen“ im True & 12. Auf der Schiefertafel draußen schaue ich, welche zwölf Sorten heute aus der Eismaschine kommen. Meine Wahl fällt auf Matcha Grüner Tee und Haidhausen Lavendel mit Brombeer Swirl, paradiesisch!

Das Besondere an dem Eis im True & 12: Es wird nach hauseigenen Rezepten aus frischer, organischer Bio-Weidenmilch hergestellt. Die Kühe werden am Morgen gemolken, die Milch wird nur wenige Stunden später im Eislabor in der Rosenheimer Straße zu köstlichem Eis verarbeitet, versprechen Davina und Rony, die Betreiber des True & 12. So etwas sei extrem selten, meistens werde in Deutschland bei der Eisproduktion mit H-Milch gearbeitet, heißt es. Auch bei den übrigen Zutaten legen die Beiden viel Wert auf Qualität – die Pistazien kommen aus Sizilien, die Haselnüsse aus einem idyllischen Tal im Piemont. Tipp: Die handgerollte Eiswaffel mit Zucker und Zimt!

Der Preis pro Kugel liegt bei 1,60 EUR.

True & 12 Handmade Ice Cream
Rosenheimer Str. 14
81669 München

4. Domori Natureis: Märchen aus 1001 Nacht mit Safran

Rezepte für sage und schreibe 300 Sorten hat das Domori in petto, davon alleine 70 für Sorbets, die ausschließlich aus frischen Früchten hergestellt werden. Ich bekomme einen kleinen Kurs in Eiskunde an diesem sonnigen Samstagnachmittag, der Besitzer höchstpersönlich weiht mich ein in sein Küchengeheimnis. Fertigpackungen haben im Domori Hausverbot, das Cremeeis wird aus frischer Milch, Sahne und Eigelb im hauseigenen Eislabor pasteurisiert. Fruchtige Sorten gibt es ausschließlich als Sorbet. „Haben Sie schon mal gesehen, dass eine Erdbeerplantage mit Milch gegossen wird?“, schmunzelt mein Gegenüber.

Ich schlemme mich zunächst durch die Sorbets. Kokos, Kalamansi, das ist eine Art japanische Limette, Chilli Ingwer, Assaki, eine Frucht aus Brasilien, Pflaume mit Zimt. Allesamt ein Gedicht. Ein Klassiker an heißen Tagen: Joghurt-Dill-Gurke, geschmackvoll und erfrischend zugleich. Danach das Eis mit Schwips, Schwarzwälder Kirsche und Whiskey, bevor es zum feinen Safran-Pistazien-Eis geht. Safran ist teurer als Gold, erfahre ich, für die Produktion von einem Kilogramm Safran werden 800.000 Blüten benötigt. Daher ist das Safran-Eis mit 2,00 EUR pro Kugel auch teurer als die übrigen Sorten, die es im Domori für 1,40 EUR gibt.

Domori Natureis
Kapuzinerstraße 43
80469 München

5. iceDate: Alles vegan, bio und extrem lecker

Das aufkommende schlechte Gewissen, mir den Heimweg von der Yogastunde mit einem Eis zu versüßen, wird im Keim erstickt. Bei iceDate sei alles gesund, beschwichtigt mich der Eisverkäufer. Gesüßt werde nämlich nicht mit Zucker, sondern mit Datteln. Daher stammt übrigens auch der Name des Eiskiosks, der ausschließlich veganes Bio-Eis im Angebot hat – „Date“ für „Dattel“. Dass das Eis so cremig ist, kommt nicht etwa durch das Hinzufügen von Milch oder Sahne, sondern von der Mischung aus Chashewnüssen und Wasser, die jeden Tag frisch hergestellt wird. Weitere Zutaten: jede Menge geschmacksintensives Obst, Samen und Nüsse. Je nach Sorte finden auch knackiges Gemüse wie Möhren, Blüten wie Holunder, und ätherische Öle ihren Weg in die Eismaschine.

Ich mache die Probe aufs Exempel, ob veganes Eis wirklich cremig schmecken kann. Es kann. Die Kugel Karotte-Erdnuss besteht den Test auf jeden Fall. Auch die zweite Kugel ist der Hammer – Schoko-Crunchy. Das nächste Mal werde ich mal was Fruchtiges probieren, Granatapfel- oder Mango-Sorbet. Oder Banane-Brennessel. Neugierig wäre ich auch auf das Hanf-Eis mit Schokolade. Der Clou bei iceDate: Das Eis gibt es zum Mitnehmen für Zuhause in einem kleinen Pappkarton, auf Wunsch mit Kühlakkus. Auch bei Basic kann man sich mit einem Vorrat für daheim eindecken.

iceDate – Die vegane Bio-Eismanufaktur
Amalienstraße 91
80799 München

Und noch mehr Tipps für Eisdielen in München

Als Eisfan hat Alexandra sich schon häufiger für den Blog von muenchen.de durch Münchens Eisdielen geschlemmt. Mehr Tipps findet Ihr in „Eisdielen in München – meine fünf Orte der süßen Versuchung“ und „Oh Eiszeit – unsere 5 liebsten (Traditions-)Eisdielen in München“.

Einen perfekten Überblick, wo man in München Eis essen kann, bietet außerdem unser Eisdielenfahrplan. 

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