Jahreswechsel: Tipps und Restaurant Empfehlungen für Silvester in München

Silvester in München: FraunkircheDer schönste Silvesterabend, den ich in München je erlebte, fand in der WG einer Freundin statt. Wir studierten noch und niemand von uns hatte das Geld, um schick auszugehen. Die Wohnung befand sich in einer dieser Jahrhundertwende-Jugendstil-Altbauten in der Ainmillerstraße. Ein damals noch unrenoviertes Haus, mit verkratztem Parkett, Zimmertüren mit gelblichen Milchglas-Scheiben und einem alten Gasherd in der Küche. Alles sah aus, als hätte man das Set einer frühen „Derrick“-Folge nachgebaut. Wir tanzten den ganzen Abend den Rocky-Horror-Show-„Time Warp“ in einer Endlosschleife, tranken namenlosen Supermarkt-Rotwein und zogen um Mitternacht mit ein paar Flaschen Sekt auf die Bänke vor der Ursulakirche in der Kaiserstraße.

Für jemanden, der zuvor 19 ereignislose Jahre in einer langweiligen Kleinstadt verbracht hatte, fühlte sich so eine großstädtische Silvesternacht besser an als ein Sechser im Lotto. Ein paar Jahre später gingen mein Freund und ich dazu über, Silvester-Vorstellungen in Münchner Theatern zu besuchen, und danach noch ein wenig durch die nächtliche Stadt zu spazieren. Es waren ungleich kultiviertere Abende, sehr viel erwachsener als in unserer Studentenzeit – aber genauso schön. Am 31. Dezember gegen zehn Uhr abends über den Odeonsplatz, die Brienner Straße, den Königsplatz, die Arcisstraße und an den Pinakotheken vorbei zurück nach Schwabing zu laufen, war zwar weder cool noch hip, aber immer ziemlich romantisch. Einmal waren wir auch am Friedensengel – Freunde hatten uns davon vorgeschwärmt: der Blick die nächtliche Prinzregentenstraße hinunter, das sei nicht mit Geld zu bezahlen.

Doch das dachten außer uns damals noch etwa 10.000 andere Münchner, was unser Vergnügen doch erheblich trübte. Und was wirklich schade war, denn der Ausblick auf die Mitternachts-Feuerwerke ist von dort aus tatsächlich einmalig schön. Seit ein paar Jahren haben wir unser eigenes Münchner Silvester-Ritual. Kein enthemmtes Karaoke in den Leopoldstraßen-Bars, keine überteuerten Cocktails. Wir gehen erst gut essen – entweder gepflegt italienisch im „Il Mulino“ in der Görresstraße oder nahöstlich-orientalisch im „Schmock“ in der Augustenstraße (in diesem israelischen Restaurant feiert man übrigens in diesem Jahr bereits den Jahreswechsel 5772/5773) –, und wenn’s nicht allzu sehr schneit oder stürmt, schnappen wir uns gegen kurz nach elf etwas zu trinken und fahren auf einen unserer zwei Hausberge: entweder den im Olympiapark oder den im Luitpoldpark. Ehrlich gesagt: Ein Geheimtipp sind diese beiden Hügelchen natürlich auch nicht wirklich. Und auch dort wird es von Jahr zu Jahr voller. Aber im Gegensatz zum Friedensengel gibt’s zumindest dort ausreichend Platz für alle. (Dieses Jahr ist wegen des Ski-Rennens am Neujahrstag ist der gesamte Olympiaberg in der Silvesternacht 2012 ausnahmsweise abgesperrt.)

Auch unabhängig von Silvester einen Besuch wert: Il Mulino Görresstraße 1 Schwabing Tel. 089 / 52 33 33 5 Schmock Augustenstraße 52 Maxvorstadt Tel. 089 / 523 50 535 Hier finden Sie weitere Silvestertipps für München und einen weiteren sehr lesenswerten Artikel über Silvester.

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