Schöner frühstücken

Das Café Lotti in der Maxvorstadt / c Café Lotti

Unsere Autorin Margot Weber hat sich bereit erklärt, die nettesten Frühstückscafés der Stadt zu suchen. Ein harter Job, aber irgendwer musste ihn machen. Sechs Wochenenden lang hat sie sich durch diverse Speisekarten gegessen. Hier kommt ihre – natürlich höchst subjektive – Auswahl. Ergänzungen dringend erwünscht! Was sind eure Tipps?

1.) Für Entspannte: das „Café Voilà“
Hier sind sie alle zu finden: die alteingesessenen Haidhauser, die schon im Viertel wohnten, als es noch überhaupt gar nicht angesagt war; die lärmenden Schülerinnen und Schüler der umliegenden Schulen; die Erstsemester, die ihre angereisten Eltern ausführen. Aber auch junge Mütter mit Ugg-Boots, Kaschmirschal und Kinderwagen – denn im „Café Voilà“ ist viel Platz, um das Gefährt zu parken. Ein typisches Stadtteillokal eben, das in den vergangenen Jahrzehnten schon die eine oder andere Verwandlung mitgemacht hat. Wer’s schon morgens deftig mag, bestellt die amerikanische Frühstücksvariante mit Cornflakes, Grapefruit und Roastbeef, wer Fisch möchte, die skandinavische (Krabben und Lachs). Und keine Angst – die Portionen sind groß, hier wird auch der Hungrigste statt! Tipp: einen Tisch im rückwärtigen Bereich (hinten rechts) wählen, wo die großen Spiegel und die Kristall-Lüster unter der hohen Stuckdecke Bohemien-artiges Pariser Flair verbreiten. Und am Wochenende besser reservieren. Wörthstr. 5, Haidhausen, Tram 19 (Wörthstr.) oder U-Bahn Max-Weber-Platz Geöffnet tgl. von 8-1 Uhr Tel.: 48 91 654 2.)

Für Prenzlauer-Berg-Fans: das „Café Marais“
Das „Café Marais“ im Westend ist immer noch ein bisschen ein Geheimtipp – vielleicht, weil es abseits der gängigen Touristenpfade liegt. Bis 2006 befand sich in diesen Räumlichkeiten ein im Stil der 50er-Jahre eingerichtetes Bekleidungsgeschäft. Der Schriftzug „Hans Mier“ an der Fassade erinnert immer noch daran – also nicht abschrecken lassen! Die Inneneinrichtung war derart verstaubt und bieder, dass die neuen Eigentümerinnen sie weitgehend so belassen haben – einfach weil so ein Ambiente, mitsamt der alten Verkaufstheke, ja mittlerweile schon wieder als ultrahip gilt. Mit seinem etwas verrückten Shopkonzept wäre das „Marais“ vermutlich am Prenzlauer Berg der absolute Szene-Hotspot, schließlich ist der Laden nicht nur ein Café: alle ausliegenden Deko-Teile (Tabletts, Kerzenständer, Kuchenplatten etc.), selbst alle Möbel (jawohl, auch die Stühle!) können gekauft werden. Bekleidung gibt’s übrigens auch noch: In hohen Regalen lagern z.B. Schals, Mützen und Knöpfe. Und kann, mit ein bisschen Glück, im ehemaligen Schaufenster brunchen. Eine irgendwie surreale, aber höchst inspirierende Atmosphäre! Parkstr. 2, Westend U-Bahn Schwanthalerhöhe Geöffnet Di-Sa 8-20 Uhr, So 10-18 Uhr Tel.: 50 09 45 52 3.)

Für Surfer: das „Arts ’n’ Boards“
Wirt Uli Richter liebt das Wellenreiten und die Kunst. Beide Leidenschaften hat er 2011 verbinden wollen und in Schwabing das „Arts ’n’ Boards“ eröffnet. Ein Teil des Raums ist eher eine Galerie (Pop, Urban Art), ein anderer designt wie eine lässige Surferbar. Das Ganze liegt gleich um die Ecke vom alteingesessenen „Café Schwabing“, ein Backspielhaus ist nebenan und schräg gegenüber ein SFCC. Eine schwierige Gegend also, könnte man sagen. Und das war wohl auch so: In den ersten Monaten war das „Arts ’n’ Boards“ eher überschaubar besucht. Inzwischen hat sich das geändert. Wenn bei Sonnenschein die großen Flügeltüren weit offenstehen, findet sich hier mittlerweile ein buntes Völkchen ein. Das französische Frühstück ist für 6,50 Euro zu haben, die ganz große Platte mit Käse, Salami, Schinken, Lachs und eine kleinen Glas Prosecco kostet 12,50 Euro. Tipp: am Samstag gibt’s zwei frische Münchner Weisswürste mit Brez’n (6,50 Euro). Belgradstraße 9, Schwabing Tram oder Bus Kurfürstenplatz Geöffnet tgl. 10 bis 1 Uhr Frühstück Mo-Sa 10-16 Uhr, Sonntags Brunch Tel.: 30 65 84 90 4.)

Für Prinzessinnen: das „Café Lotti“
Ehrlich gesagt: Dieser kuschlige Ort (siehe Foto oben) ist eher nichts für den Brunch mit einem potenziellen Lover. Aber es ist der perfekte Raum, um mit den besten Freundinnen zusammenzusitzen oder um mit dem schwulen Freund die Beziehungsprobleme zu besprechen. Das „Café Lotti“ in der Maxvorstadt ist ein hübsch aufgeräumter Mädchentraum in weiß, rosa und pink. Ihren Käse bezieht die junge Eigentümerin Sabrina aus der Hofkäserei ihrer Tante Berta, die Eier vom befreundeten Biolandwirt Franze  und die Wurst vom Großcousin Hansi. Alles sehr familiär, sehr regional und sehr umweltbewusst gedacht. Mein Tipp: das Frühstück „italienische Lotti“ mit Salami, Schinken, Käse, Grissini, Tomaten und Mozzarella für 9,80 Euro. Danach kann das Mittagessen locker ausfallen. Schleißheimer Str. 13, Maxvorstadt U-Bahn Stiglmaierplatz Geöffnet tgl. 10-18 Uhr Frühstück tgl. 10-14 Uhr Tel.: 615 191 97 5.)

Für „Zeit“-Leserinnen und -Leser: das „Ruffini“
Das „Ruffini“ in Neuhausen wurde 1978 von acht Gastro-Idealisten im Stil einer italienischen Cantina gegründet: ein selbstverwalteter Betrieb ohne Chef, aber mit mittlerweile 25 Gesellschafterinnen und Gesellschaftern. Wie es sich für diese Art von Lokal gehört, gibt’s die Basics (Brotkorb mit selbst gebackenem Brot, Butter, Marmelade, Eier, Schinken, Salami, Käse) mit zahllosen Mitbestimmungs-, also Variationsmöglichkeiten. Auch Sonderwünsche sind kein Problem! Tipp: den vielgerühmten Milchkaffee mitsamt Croissant auf der vielgerühmten Dachterrasse zu sich nehmen – klar, oder? Nur ist die leider immer voll – auch das ist klar, oder? Übrigens: den Laoptop besser daheim lassen lassen, das Handy stumm schalten. Elektro-Firlefanz statt Kommunikation, das mögen die Eigentümer nicht wirklich. Ganz wichtig: nicht von der Außenfassade abschrecken lassen, denn die ist zugegebenermaßen nicht besonders hübsch. Auch fürs „Ruffini“ gilt: am Wochenende besser reservieren, denn dann ist es richtig voll. Orffstr. 22-24, Neuhausen U-Bahn Rotkreuzplatz Geöffnet Di-So 10-24 Uhr Frühstück Di-Fr 10-12 Uhr, Sa u. So 10-16 Uhr  Tel.: 16 11 60 6.)

Für Spätaufsteher: das „Café Puck“
Hier war sich jeder schon einmal verabredet. Einfach, weil der Laden groß genug ist und man im großzügigen „Café Puck“ eigentlich immer einen Platz findet. Und wer erst nachmittags aus dem Bett kommt – auch das ist kein Problem, denn hier gibt’s das Frühstück bis 18 Uhr! Für Münchner Verhältnisse hat das Traditionscafé zudem richtig moderate Preise. Geschuldet ist das auch dem studentischen Stammpublikum, liegt die LMU doch gleich um die Ecke. Beim „kleinen Frühstück“ (Brotkorb, Butter, hausgemachte Marmelade und Bio-Ei) ist man schon mit 4 Euro dabei, das „Pariser Frühstück“ (zwei Croissants oder selbstgebackene französische Brioches, Butter und hausgemachte Marmelade) kostet 4,80 Euro. Hungrige wählen das Kombi-Frühstück – was, wie der Name schon gesagt, von allem etwas bietet (9,80 Euro). Türkenstr. 33, Maxvorstadt U-Bahn Universität Geöffnet tgl. 9-1 Uhr Frühstück Mo-Sa 9-18, So 9-20 Uhr  Tel.: 280 22 80 7.)

Und sonst? Ach! So viele nette Cafés, die ich hier alles gar nicht mehr unterbringen konnte: das Oma-„Café Jasmin“ in der Maxvorstadt, das „Café Glockenspiel“ hoch über dem Marienplatz (sensationelle Aussicht!), das vegane „Café Ignaz“ in der Schwabinger Georgenstraße, das plüschige „Café Mozart“ am Sendlinger Tor, das „Baader Café“… Ergänzungen erwünscht! Mehr zum Thema Frühstücken findet Ihr auf muenchen.de!

11 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Für Mediterrane: Wer es zum Frühstück gern italienisch mag, sei das Café Pini im Glockenbachviertel empfohlen. Guter Kaffee, typische italienische Snacks und Kuchen. – Klenzestraße 45, 80469 München, U-Bahn Fraunhoferstraße, Geöffnet Mo-Fr 8-23, Sa 9-23, So 9-19 Uhr, Tel.: 55 27 41 03

  2. Das Frenzy’s in der Frauenhoferstr. Sehr klein und sehr beliebt. Die Frühstücksauswahl ist recht groß und alles super lecker. Bin dort öfter mit freunden zum brunchen, Frühstück gibt es bis 16 Uhr. 😉

  3. Danke für den Tipp mit dem Lotti. Das werde ich gleich mal ausprobieren, Die homepage ist schon mal sehr einladend.

  4. Cafe´ Hüller, direkt an der Isar !!! ebenfalls ein Laden, der Berlin-Fans ansprechen dürfte und SEHR gute Qualität der Speisen!!!

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  10. Bin in München geboren und aufgewachsen, lebe aber schon seit Jahren in Berlin. Freue mich darum besonders über diese Frühstücktipps! Das Café Marais haben wir gleich ausprobiert! Und nein, das ist überhaupt nicht wie im Prenzl.berg. In 10 Jahren Berlin hab ich noch nie so einen schlechten Service erlebt. Die Bedienung brauchte 40 Minuten um unsere Bestellung zu bringen. (U.a. Croissants, Kaffee, Rührei.) Nichts aufwendiges. Dann hat sie noch dauernd das falsche gebracht. Ich hatte einen Käsefrühstücksteller, da waren nur 3 Brocken Käse drauf und sonst nichts! Das ganze für den unverschämten Preis von 11,80€! Ehrlich, auch in so einem Viertel wie Prenzlauer Berg würde man ein Café mit so schlechtem Service u. Preis-Leistungsverhältnis boykottieren! Vor allem weil man in Berlin auch für den Preis ein herrliches Frühstück mit Obst, verschiedenen Brotsorten, Salat etc. bekommt. In Berliner Cafés hat es auch Butter zum Frühstück! Ich war nur masslos entäuscht vom Marais. Klar, die Einrichtung ist nett und originell. Aber es gibt x andere Cafés, da hab ich nicht nur ne nette Atmosphäre, sondern bekomm für mein Geld auch was leckeres zu Essen!

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