Schmankerlwochenende auf dem Münchner Christkindlmarkt

So sehr ich auch die vielen kleinen Christkindlmärkte liebe, so sehr ist aber für mich als Münchner Kindl der Klassiker am Marienplatz ein Pflichttermin, auf den ich mich das ganze Jahr freue. Vor allem die Altbayrischen Spezialitäten haben es mir angetan. So mache ich mich dieses Jahr am ersten Adventswochenende auf die Suche nach altbewährten und neuen Schmankerln.

Die Tour beginne ich am Freitag am Kripperlmarkt beim Richard-Strauß-Brunnen neben der St. Michael Kirche. Dort probiere ich bei der „Wurstbraterei Braren“, Stand 131, die „Christkindl Bratwurst“. Sie ist gewürzt mit dunklem Kakao, Pfefferkuchengewürz und Lebkuchen. Dazu gibt es Ingwer-Apfelsenf. Köstlich! Seit sieben Jahren steht Jürgen Braren mit seinem Stand am Münchner Christkindlmarkt und lässt sich immer wieder neue Spezialitäten einfallen. Am liebsten würde ich gleich noch eine Portion essen, aber ich habe noch viel vor.

Als süßes Magentratzerl gibt es jetzt Nussspätzle mit heißer Schokosoße beim „Kaiserschmarrn & andere Spezialitäten“, Stand 130, nebenan. Diese werden nach einem Geheimrezept jede Nacht frisch zubereitet.

Weiter geht es mit einer gebackenen Kartoffel mit Raclettkäse und Silberzwiebeln beim „Spezialitäten Feisinger“, Stand 106, sowie einer Tafelspitzsemmel mit Schnittlauch nach altem Hausrezept am Stand 105 der „Münchner Suppenküche“ in der Liebfrauenstraße. Um Platz im Magen zu schaffen, gönne ich mir einen Bio-Zirbenschnaps am Stand 114 in der Kaufingerstraße.

Auf dem Weg zum Marienplatz nehme ich noch ein Päckchen Ingwer- und Cappuccinomandeln vom „Gebrannte Mandeln Geier“, Stand 103, sowie selbstgebackene Plätzchen vom Stand 93 für meine Familie zuhause mit.

Am „Schmarrn-Kuch’l“ Stand 113 koste ich den Apfelschmarrn mit Zwetschgenröster und wärme mich mit einer eigens für den Christkindlmarkt kreierten heißen Lebkuchenmilch bei der „Milch-Alm“, Stand 94, auf. Jetzt hat nur noch ein Bratapfel Platz. Aber dafür ein ganz besonderer. Beim          „Mandelhans“, Stand 95, wird er wie zu Omas Zeiten nach traditioneller Weise gebacken und mit Zimt und Preiselbeeren serviert. Bevor ich satt und glücklich nach Hause gehe, nehme ich noch an der „Weihnachtsbäckerei“, am Stand 2, am Marienplatz ein Hexenhaus aus eigener Herstellung sowie ein Schneeballen am Stand 17 für mein Kind mit. Schneeballen sind aus Mürbteig hergestellte Kugeln mit diversen Belägen, es gibt sie seit über 400 Jahren. Es ist ein Festtagsgebäck und wird zu besonderen Anlässen gebacken.

Den Tag schließe ab am „ältesten Glühweinstand Münchens“, Stand 58, am Marienplatz, und bestelle mir den Glühwein nach Großmutters Art nach einem alten Familienrezept.

Den nächsten Tag beginne ich mit einem Bio-Früchtepunsch von regionalen Anbaugebieten in Oberbayern am Feuerzangenbowle-Stand 149 am Rindermarkt. Jetzt habe ich Lust auf Deftiges: Samstags werden bei den „Altbayrischen Spezialitäten Anthuber“, Stand 150, nebenan Spanferkel gegrillt. Dieses lasse ich mir als Spanferkelburger in einer speziellen Semmel mit Krautsalat und gedünsteter Zwiebel schmecken. Dazu gibt es gestacheltes Bier vom Spöckmeier, Stand 142. Was das ist? Dunkles Bier, welches mit einem heißen Metallstachel im Glas karamellisiert wurde – sehr lecker!

Jetzt gibt es eine goldene Currywurst unter der „Weihnachtspyramide“, Stand 151. Hier ist auch wirklich alles Gold, was glänzt. Echtes 24 Karat Blattgold ziert die Wurst; das erklärt auch, warum die Currywurst fast dreimal so teuer ist als normal.

Nach so viel Fleisch habe ich Lust auf Fisch und zwar auf Flammlachs auf offenem Feuer gebraten am „Hamburg“, Stand 140, am Rindermarkt. Jetzt bin ich satt!

Die Bratapfelmarmelade und das Weißbiergelee vom Stand 143 nehme ich mit für das nächste Adventsfrühstück mit meinen Freunden. In Einkaufslaune hole ich mir noch die Baiserringerl für den Christbaum und die Springerle aus Lebkuchen, die nach einer altbayrischen Tradition hergestellt werden von der „Brotmanufaktur Schmidt“, Stand 10 am Marienplatz.

Dazu stärke ich mich erst mit einem alkoholfreien Punsch aus alkoholfreiem Rotwein am Stand 91 in der Weinstraße (wie passend!) und einem „Willenborgs Crambambuli“ am Stand 87, ebenfalls in der Weinstraße. Der „Willenborgs Crambambuli“ ist ein alkoholisches Heißgetränk, basierend auf einem veganem Bio-Wein und im Vergleich mit konventionellen Glühweinen ist der Zuckerzusatz um rund 25% reduziert.

Jetzt besorge ich noch ein Mitbringsel für meinen Mann: Beim „Schifferl“, Stand 64 am Marienplatz, lasse ich Bio-Lebkuchenherzen mit natürlichen Farbstoffen aus roter Beete und Spinat beschriften. Und für den Adventstee mit meinen Schwiegereltern kaufe ich beim „Stollen-Spezialstand Stey“, Stand 81, in der Weinstraße einen ganz besonderen Stollen: Isarwelle mit Nougat, Aprikosen und Macadamia. Mmmhhh…

Vom Einkaufen habe ich wieder Appetit bekommen und probiere die Stockwurst von der „Wurstbraterei Landstorfer“, Stand 28, am Marienplatz. Jetzt habe ich Lust auf etwas Süßes und stille diese mit einer altbayrischen Spezialität: Einer Zwetschgenbavese vom „s’Mehlspeisenstandl“, Stand 50, gegenüber vom Hugendubel am Marienplatz. Für den Heimweg nehme ich mir noch ein Nonnenfürzchen mit, ein köstliches Gebäck, welches an den Klosterpforten an hohen Feiertagen im Bereich der Armenspeisung abgegeben wurde, und beende meine Tour mit einem heißen Orangen-Rum-Punsch am „Glühwein-Stand Hochreiter“, Stand 73.

Jetzt bin ich in Weihnachtsstimmung! An Guadn!

Übrigens: auch für Vegetarier, Veganer oder Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten hat der Münchner Christkindlmarkt viel zu bieten, siehe hier.

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