Münchner Rezepte: Fastenspeisen: Fastenknödel

Münchner Rezepte: Fastenspeisen

Klischees über München gibt es viele – doch wenn es ums Essen geht, dann stimmen sie fast alle: Denn welche Speisen fallen einem zuerst ein, wenn man an München denkt? Mir zumindest die Münchner Dreifaltigkeit aus Leberkäse, Weißwürsten und einem schönen Schweinsbraten.

FastenknödelDoch in der Fastenzeit ist es Essig mit den Münchner Klassikern, denn wer das Fasten katholisch nimmt, der sollte 40 Tage lang fleischlos essen. Mit dem Münchner Trio kommt man da keinen Tag weit. Zugegeben – Obatzda und Brezn gehen immer, auch in der Fastenzeit, da ist nichts dagegen einzuwenden. Doch die Münchner Küche bietet noch mehr. Typische Fastenspeisen waren in München von jeher Mehlspeisen und Knödel. Sogar Fastenknödel gibt es! Hier unser Rezeptvorschlag, den wir mit etwas Parmesan leicht italienisch abgewandelt haben:

Hier sind die Zutaten für Fastenknödel:
6 Semmeln
1 kleine Zwiebel2 EL Mehl
2EL Öl
1 Prise Salz
fisch gehackter Schnittlauch
geschmolzene Butter
geriebenen Parmesan

Die kleingeschnittenen Zwiebeln in Öl anbräunen. Die Semmeln klein schneiden und mit den angebräunten Zwiebel, Mehl, Öl, Salz und Schnittlauch gut vermengen. Die Eier dazugeben, und nach Bedarf etwas warmes Wasser zum Teig geben und alles mit den Händen kräftig durchkneten. Ca. 20 Minuten ziehen lassen, danach mit den Händen fünf bis sieben Zentimeter große Knödel formen und in den Händen zu festen Knödeln „drehen“. In kochendes Salzwasser legen und bei leichter Hitze 10 Minuten ziehen lassen. Anschließend den geriebenen Parmesan drüberstreuen und mit der geschmolzenen Butter übergießen.

Ein bisschen geschwindelt wurde früher natürlich auch bei den Knödeln: So manche Hausfrauen, die es mit ihrem körperlich schwer arbeitenden Mann gut meinte, versteckte in den mageren Fastenknödeln Speckstückchen. Der Speckknödel war geboren und auch in München gerne gegessen. Auch wenn seine Heimat ursprünglich das ebenfalls streng katholische Tirol ist.

Süßspeisen aus der Klosterküche
Wenn ich beim Fasten schon aufs Fleisch verzichte, dann mag ich es wenigstens süß: Darum liebe ich auch die beiden Traditionsrezepte der Armen Schulschwestern am Anger: Die Klosterschwestern kochen auch heute noch in der Fastenzeit gerne Semmelpudding und Schlummeräpfel. Dabei verzichten sie während der Fastenzeit auf alle überflüssigen Zutaten wie Zitronat und Orangeat und sogar auch auf die Rosinen, die eigentlich auch in die traditionellen aber fast vergessenen Süßspeisen gehören.
Weil ich aber schon auf Rostbratwürste verzichte, bleiben bei meinem Semmelpudding die Rosinen (und auch der Rum) drin:

Hier sind die Zutaten für einen Semmelpuddin:
5 Semmeln vom Vortag
1/4 Liter Lauwarme Milch
60 g weiche Butter
80 g Zucker
5 Eigelb
3 EL Rum
abgeriebene Zitronenschale
40 g Zucker Sultaninen
50 g Mandelstifte
15 g gehacktes Zitronat und Orangeat (wer mag)
5 Eiweiß mit 1 Prise Salz steif schlagen
Butter für die Form
Semmelbrösel zum Ausstreuen

Eine harte Semmel fein zu Brösel reiben, die Brösel beiseite stellen. Den Rest der Semmeln sehr fein aufschneiden und die warme Milch darüber gießen, damit die Milch einziehen kann und eine weiche Masse entsteht. Butter, Zucker und die fünf Eigelbe in eine Schüssel geben und schaumig miteinander verrühren, langsam die Semmeln und die übrigen Zutaten untermischen. Schließlich den Eischnee der fünf Eier dazugeben und unterziehen

Eine große Puddingform, die man verschließen kann, mit Butter einreiben und mit Semmelbröseln ausstreuen. Die Semmelmasse hinein geben, die Form schließen. Im leise siedenden Wasserbad eine Stunde köcheln lassen. Pudding herausnehmen, kurz abkühlen lassen, dann auf eine Platte stürzen und sofort essen.

Schlummeräpfel schmecken kurz vor Ostern zwar ein bisschen nach Weihnachten. Sind aber unglaublich lecker und unbedingt einen Versuch wert:

Hier sind die Zutaten für Schlummeräpfel:
150 g kernige Haferflocken
8 EL warme Milch
5 Äpfel
Marmelade, etwas Rum
100 g weiche Butter
100 g Zucker
1 Prise Salz
2 Eigelb
250 g Quark
1 Zitrone
1 Msp. Backpulver
2 Eiweiß

Die Haferflocken in der warmen Milch einweichen lassen. Die Äpfel waschen, schälen und mit einem Kernhausausstecher entkernen. Die Äpfel mit Marmelade füllen und mit Rum beträufeln. Die weiche Butter mit Zucker, Salz, Eigelb, Quark und dem Zitronensaft sowie der abgeriebenen Schale der Zitrone cremig rühren. Das Backpulver und die eingeweichten Haferflocken unterrühren. Das Eiweiß steifschlagen und locker unterheben. Die Auflaufform einfetten und die Masse einfüllen. Anschließend die gefüllten Äpfel hineindrücken und bei 200 Grad 40 Minuten bei backen. Dazu schmeckt am besten Vanillesoße.

Viel Spaß beim Kochen und einen guten Appetit!

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5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Unglaublich leckere Rezepte – bei der Lektüre dieses Artikels bekommt man so richtig Lust auf’s Fasten… 😉

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