Münchner Rezepte: Bröselhafer alias Kartoffelschmarrn

Es gibt Mahlzeiten, die mag ich nur im Winter essen: So ein typisches „Winter-Gericht“ sind für mich Blut- und Leberwürste mit Sauerkraut. Auch der urbayerische, aber fast vergessene Bröselhafer, der perfekt zum Sauerkraut passt, gehört für mich dazu. Bröselhafer – oder Kartoffelschmarrn, wie man ihn auch nennt – gab es nur bei meinen Großeltern.

Kein anderer konnte aus alten Kartoffeln so feine, goldbraun glänzende Brösel machen, wie mein Opa. Nach dem mein Opa nicht mehr war, habe ich jahrelang keinen Bröselhafer mehr gegessen, bis ich durch Zufall mit einer alten Bäuerin ins Gespräch kam. Sie erklärte mir, worauf es beim Kartoffelschmarrn ankommt: Nicht zu feuchte Kartoffeln und a bisserl Geduld.

Münchner Rezepte: Bröselhafer alias Kartoffelschmarrn: ZutatenHier sind die Zutaten für einen Bröselhafer für 4 Personen:
(Kartoffelschmarrn)
Ca. 1 Kilo gekochte Kartoffeln vom Vortag (ganz wichtig)
Eine Kartoffelpresse (ebenfalls wichtig – sonst funktioniert es nicht)
Etwas Salz
Eine Hand voll Mehl
Butterschmalz zum Braten

Zubereitungszeit: Ca. 1 Stunde
Und so geht´s:

Die gekochten Kartoffeln vom Vortag schälen und mit der Kartoffelpresse (ich nehme unsere Spaghetti-Eis-Presse – funktioniert genauso) durchpressen. Die Masse gut salzen und mit Mehl bestäuben, dann die Kartoffeln mit den Händen „zerbröseln“ – so als ob man Kuchenstreusel herstellen würde.

In zwei Pfannen Butterschmalz erhitzen und die Kartoffelbrösel zu gleichen Teilen auf die Pfannen aufteilen. Mit einem Holzkochlöffel die Masse bei mittlerer Hitze anbraten und dabei immer mehr zerkleinern. Dabei ist es wichtig, dass der Kartoffelmasse beim Anbraten langsam die Feuchtigkeit entzogen wird und sie so immer trockener wird. Bis aus der klebrigen Kartoffelmasse endlich Brösel werden, kann es aber schon 40 bis 50 Minuten dauern. In der Zeit verliert die Masse unheimlich an Volumen und nach einer Weile kann man alle Brösel in einer Pfanne braten.

Fertig ist der Bröselhafer, wenn er schön krümelig und trotzdem noch etwas feucht ist und goldbraun glänzt.
Sehr gut schmeckt dazu Sauerkraut und wenn es schnell gehen soll, ein paar Schweinswürstel. Wer es richtig deftig mag, der kocht im Sauerkraut ein Stück Wammerl und kleine Ripperl mit oder einfach Blut- und Leberwürste.

An Guaddn!

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo, hätte nicht gedacht, dieses Rezept noch irgendwo zu finden! Mein Papa (Jahrgang 1911) hat den Breslhowa mit Sauerkraut gegessen und ich (als Kind) mit Apfelmus! Vielen Dank

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