Neun Restaurant Tipps in München für die perfekte Geburtstagsparty

Studentisches Budget? Oder darf’s ein bisschen teurer sein? Wer in München seinen Geburtstag nicht in den eigenen vier Wänden feiern will, hat zahllose Möglichkeiten. In allen denkbaren Preisklassen. Unsere Autorin Margot Weber hat sich mal umgehört – und versucht, für jeden Geldbeutel etwas Passendes zu finden

1. Frühstücken im HeimWerk
Für alle, die gemeinsam in den Wochenend-Geburtstag starten wollen

Das noch immer recht neue HeimWerk in der Friedrichstraße – eröffnet wurde es im Sommer 2016 – ist eine Art Gastro-Hybrid: Es hat ein Slow-Food-Konzept, funktioniert aber beispielsweise mittags eher nach dem Fast-Food-Prinzip. Das selbst gegebene Motto: Visionär, aber mit Tradition. Bei 80 Plätzen im puristisch- rustikalen Gastraum und 90 auf der schönen Terrasse findet man immer einen Tisch, um mit den besten Freunden in den Geburtstagsmorgen hinein zu feiern. Von 10 bis 15 Uhr gibt’s hier sonnabends und sonntags das HeimWerk-Frühstück: zehn definierte Variationen, die bei 3,90 Euro (Semmel mit Butter und hausgemachter Marmelade) beginnen und bei 10,90 Euro enden. Wer mag, bestellt noch einen Smoothie aus Banane, Orange, Spinat und Honig dazu (4,90 Euro). Frisch gepresster O-Saft kostet 4,20 Euro. Sehr zivile Preise dafür, dass sich das HeimWerk mitten in Schwabing befindet! Eine Fünfergruppe zahlt hier am Ende vielleicht um die 50 Euro – und hat damit noch genügend Geld, abends in einer der Schwabinger Bars nachzulegen.

2. Weißbier im Brandner Kaspar
Für unerschrockene Bayern mit Hang zum Skurrilen

Die Eigenwerbung lautet: „Das Lokal mit den meisten Sternen“. Aber keine Angst: Hier kocht nicht der neue Alfons Schuhbeck zu entsprechenden Preisen. Die Sache mit den Sternen bezieht sich auf die Deko: Das Untergiesinger Lokal besteht aus den beiden Räumen „Himmel“ und „Hölle“, wobei der „Himmel“ mit viel Glitzer, Glamour, Engeln und Sternen dekoriert ist. Platz ist dort für etwa 45 Partygäste. In der „Hölle“ – die eher bayrisch, zünftig, urig und rustikal ausgestaltet ist – finden immerhin auch noch etwa 30 Gäste Platz. Ein bisschen fühlt sich eine Party dort an, aber die Inhaberin war eben mal Bühnenbildnerin. Zusatzschmankerl für die „Hölle“-Teufelchen ist eine kleine Bühne. Wer das ganze Lokal mieten will, muss 300 Euro zahlen, die Örtlichkeiten können aber auch einzeln gebucht werden. Interessant für Sparfüchse: Essen (sprich: ein kaltes Buffet) darf gerne mitgebracht werden; für 2 Euro pro Person gibt’s dann Teller, Besteck, Servietten und Körbchen.

3. Chillen am Flaucher
Für Outdoor-Biertrinker und Sommer-Geburtstagskinder

Ein typischer Münchner Sommerabend sieht oft so aus: ein paar Freunde, ein Einweggrill, ein Kasten Bier, ein Kilo Fleisch, eine Flasche BBQ-Sauce. In Ermangelung eines Gartens radelt der Trupp dann normalerweise an den Flaucher. Wo das Bier dann prima den ganzen Abend über in der Isar kühlen kann und das Grillen offiziell erlaubt ist – man aber ein paar Regeln einhalten muss: In den freigegebenen Bereichen (Kiesbänke) ist es nur auf geeigneten Geräten zugelassen, Grillkohle auf dem Boden und Holzfeuer sind verboten – und man muss mindestens zehn Meter Abstand zu Bäumen und Sträuchern und anderen brennbaren Dingen einhalten. Wenn dann die Abendsonne langsam golden untergeht, die Isar dazu leise rauscht und die Steaks langsam anbrutzeln, ist das Auspacken der Geburtstagsgeschenke gleich doppelt schön.

4. Abhängen im Tante Erna
Für Studis mit großem Freundeskreis

Die Location liegt in der Friedensstraße und damit gleich hinterm Ostbahnhof. In einem der insgesamt drei Veranstaltungsräume finden Gruppen aller Größe (ab zehn und bis zu 120 Personen) ihren Platz. Die Tante Erna sieht tatsächlich so aus, wie ihr Name suggeriert: wie Omas Wohnzimmer. Sie ist komplett ausgestattet mit einer voll eingerichteten Bar, professioneller Lichtanlage, kleine Musikanlage und Toiletten. Der Mietpreis: ab zehn Euro pro Person.

5. Feiern in den städtischen Jugendtreffs
Für alle mit schmalem Budget

Viele Münchner Kinder- und Jugendzentren vermieten ihre Räume auch für private Feiern oder Veranstaltungen. Das heißt dann im Behördendeutsch „nicht-kommerzielle Raumüberlassung“ und ist ein prima Tipp für alle, die ihr überschaubares Budget lieber in Essen und Getränke investieren wollen. Allerdings haben den Zentren unterschiedliche Richtlinien, an wen vermietet werden darf: Manchmal nur an Menschen über 27, manchmal nur an Bewohner des Stadtviertels. In manchen dürfen lediglich Kindergeburtstage stattfinden, in anderen sollen es eher Familienfeiern sein. Hier gibt’s ein Infoblatt mit allen Adressen und Telefonnummern zum Download.

6. Bio essen im L’Amar
Für Gutverdiener mit ernährungsbewussten Freunden

Die Inhaber Federica und Orazio setzen voll auf feine mediterrane Küche mit ausgewählten Top-Produkten, die vorzugsweise aus biologischem Anbau kommen. Im Sommer 2014 haben sich die beiden Italiener im Glockenbach den Traum vom eigenen Restaurant verwirklicht – und sind mit ihrem Konzept tatsächlich schnell erfolgreich geworden. Wer zwischen 20 und 50 Gäste einladen will, kann das L’Amar exklusiv und komplett für sich alleine mieten. Es umfasst den oberen Restaurantbereich mit kleiner Terrasse sowie den Gewölbekeller unten, der mit gemütlichen Sofas, kleinen Bänkchen, Stehtischen und Musikanlage ausgestattet ist. Oben im Restaurant gäb’s dann ein Büffet. Das kann von einem kleinen Antipasti- (18 Euro pro Person) oder Fingerfood-Buffet (31 Euro pro Person) bis hin zu einem Drei- (45 Euro pro Person) oder Vier-Gänge-Menü (51 Euro pro Person) reichen. Mit Weinbegleitung und inklusive eines Aperitifs kostet es nochmal plus 20 Euro pro Person. Raummiete muss nicht gezahlt werden, aber es gibt einen Mindestumsatz, der erreicht werden muss – und der ist, ehrlich gesagt, nicht gerade niedrig: 1.500 Euro. Vielleicht ist das L’Amar insofern eher etwas für den 40. Geburtstag – oder für zwei oder drei Gutverdiener, die zusammen feiern wollen.

7. Sich wohlfühlen im Kater Mikesch
Für die gepflegte Party mit Eltern, Kollegen und Verwandten

Ein stilvolles und elegantes Café-Weinlokal in der Thierschstraße im Lehel – und der perfekte Ort für alle, die es etwas gepflegter wünschen. Es gibt eine helle und schlichte Café-Wein-Bar, einen großen Gewölbekeller mit Bühne – der sich prima zum Tanzen eignet – sowie eine gemütliche Lounge mit offenem Kaminfeuer. Die Location zu mieten kostet innerhalb der Woche 290 Euro für alle Räume, am Freitag oder Sonnabend einen Hunderter Aufschlag. Essen und Getränke kommen dann natürlich noch dazu.

8. Gute Gespräche im Café Kosmos 
Für Ex-Berliner, die sich nach Friedrichshain oder Kreuzkölln zurücksehnen

Eine coole und lässige Location unweit vom Hauptbahnhof. Dieses alternativ angehauchte Café im Flohmarkt-Style ist eine echte Entdeckung in einer nicht besonders ansehnlichen Gegend – auch mal spontan für ganz normale Nachmittage oder Abende. Gelegen am Anfang der Dachauer Straße hat es lediglich den Nachteil, dass man sich dorthin normalerweise nicht zufällig verirren würde. Immerhin liegt das „Neue Gabriel“ nur ein paar Meter weiter, so dass man dort auch mal nach dem Kino aufschlagen kann. Ein bisschen sieht das Kosmos aus wie Omas gute Stube: ein weißes Sideboard aus den 50er Jahren steht als Blickfang im Erdgeschoß neben dem Tresen, und über eine recht steile Wendeltreppe geht’s in den ersten Stock, wo alte Sessel und Nierentischchen signalisieren, dass man sich hier auch mal bequem hinfläzen darf. Diesen oberen Raum – in dem Platz ist für etwa 30 Freunde – kann man für seine Party komplett mieten, Geld kosten dann lediglich die Getränke. Die allerdings sehr zivile Preise haben.

9. Feiern im Rationaltheater
Für Künstler, Lebenskünstler, Alt-68er und alle, die sich so fühlen

Das Rationaltheater ist eines der ältesten und schönsten Privattheater Münchens. Gegründet 1965 liegt es heute unweit vom Englischen Garten in einer Gegend, die nach Jahren als Touristen- und Döner-Meile gerade wieder richtig hip wird: in Altschwabing. Wer dort feiert, befindet sich in guter Gesellschaft: Hier standen schon Kabarettisten wie Jochen Busse oder Bruno Jonas auf der Bühne, hier inszenierten Rainer Werner Fassbinder und Herbert Achternbusch – und hier mussten sich die Betreiber in ihren ersten Jahren mit sagenhaften 61 Strafverfahren wegen Gotteslästerung, Beschimpfung des Staatsoberhauptes und anderer Delikte auseinandersetzen. Was sie immerhin schnell über Münchens Stadtgrenzen hinaus berühmt machte. Bis heute sind hier Newcomer und politisch Engagierte willkommen, können sich Kleinkünstler, DJs oder Musiker ausprobieren. Komplett zu mieten ist das hübsche Theaterchen auch, was dann 550 Euro kosten würde. Die Bestuhlung richtet sich nach den Wünschen des Geburtstagskinds, und selbst die Bühne steht dann zur Verfügung. Das Catering übernimmt, falls gewünscht, das Theater, es kann aber auch von einem Kooperationspartner kommen oder mitgebracht werden. Nur die Getränke für die 70 bis 90 Freunde müssen von der Bar kommen.

Hier findet Ihr noch viele weitere Restaurant-Tipps.

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