Abseits des Großstadtrummels – 9 Ruheoasen in München

Das Leben in einer Großstadt kann manchmal ganz schön stressig sein. Wir stellen Euch unsere Lieblingsruheoasen vor, an denen Ihr abseits von Menschenmassen, Lärm und Hektik einmal in Ruhe die Seele baumeln lassen könnt.

Englischer Garten – der ruhige Norden am Rande der Isarauen
Während sich im Südteil des Englischen Gartens an einem sonnigen Wochenende Scharen von Touristen und Einheimischen ein Stelldichein in den Biergärten am Chinesischen Turm oder am Kleinhesseloher See geben und die Ghettoblaster auf der Wiese unterhalb des Monopteros sich mit den Geräuschen der Trommler zu einem üppigen Geräuschteppich vermischen, muss man lediglich den Isarring überqueren und man ist mitten im grünen Ruheparadies. Im nördlichen Teil des Englischen Gartens kann man abseits des Trubels spazieren gehen, joggen oder Rad fahren.

Vom Mittleren Ring bis hinauf nach Freimann zeigt sich der Englische Garten von seiner wilderen, verträumten Seite. Besonders ruhig und idyllisch ist es auf der Höhe des Stauwehrs Oberföhring. Kleine Teiche, an denen man sich auf einer Bank ausruhen und die Seerosen beobachten kann, grüne Wiesen, die zum Ausruhen und Träumen einladen – hier hat man seine Ruhe und ist fast alleine. Wer bei seinem Spaziergang auf die Statue von St. Emmeram trifft und hungrig ist, muss nur die Fachwerkbrücke überqueren und findet sich auf der anderen Seite der Isar erneut in einem Paradies wieder – im Biergarten Sankt Emmeramsmühle. Hier kann man in Ruhe bayerische Köstlichkeiten genießen und sich sogar einen Picknickkorb zum Mitnehmen packen lassen.

Schlosspark Nymphenburg – Verschwunschen-romantischer Märchenwald
Wenn man die vielen Autos und Reisebusse entlang der beiden Auffahrtsalleen und auf den Parkplätzen vor dem Schloss sieht, würde man im ersten Moment nicht vermuten, dass man auch hier seine Ruhe haben kann. Doch der 180 Hektar große Schlosspark, in dem einst die bayerischen Herrscher lustwandelten, bietet abseits des frequentierten Mittelkanals viele lauschige Plätzchen. Das Wegenetz ist weit verzweigt. Spaziert man vorbei an den kleinen Bachläufen und Brücken mit Figuren und Statuen hat man nicht das Gefühl, mitten in einer Großstadt zu sein. Man fühlt sich viel eher wie in einem Märchenwald. Es lohnt sich, einmal stehen zu bleiben und einen Moment inne zu halten: Man hört nur das Rascheln der Blätter, Vogelgezwitscher, aus der Ferne eine Kirchenglocke und das Geknister eines kleinen, dunkelbraunen Eichhörnchens, das eine dicke Eichel vor sich her schleppt. An der großen Kaskade am Ende des Mittelkanals kann man ebenfalls in Ruhe sitzen, dem Wasserrauschen zuhören und den Enten beim Tauchen zuschauen.

Für den Einkehrschwung empfiehlt sich das Café Limulus, eine wunderbare, ruhige Alternative zum überfüllten Palmenhaus, in dem das Gros der Besucher seinen Kaffee trinkt. Das Limulus ist ein wenig versteckt hinter dem Museum Mensch & Natur und hat einen wunderschönen Garten, in dem man unter Sonnenschirmen köstlichen Kuchen verspeisen kann. Im Hintergrund hört man nur das Quaken der Enten aus dem Schlosspark.
Schloss Nymphenburg
80638 München

Der Dichtergarten – zu Besuch bei Chopin und Konfuzius
Den berühmten Hofgarten kennt jeder, doch direkt nebenan, zwischen Galeriestraße und Von-Tann-Straße, gibt es eine weitere grüne Oase, in der man mal kurz durchschnaufen kann – den Finanzgarten. Seinen Zweitnamen Dichtergarten verdankt dieser romantische, kleine Park den Statuen von Denkern und Dichtern wie Heinrich Heine, Chopin und Konfuzius. Mit seiner hügeligen Landschaft und den dicht bewachsenen alten Bäumen hat der Dichtergarten etwas wildromantisches. Zum Joggen ist er ein wenig zu klein, aber warum nicht einfach eine Decke auf einer der Grünflächen ausbreiten und eine Runde ausruhen oder auf einer Bank neben Konfuzius die Zeitung lesen?
Dichtergarten
Galeriestr. 1
80539 München

Alter Nördlicher Friedhof – Ruheort für gestresste Großstädter
„Auf dem Friedhof bin ich ganz oft, vor allem in der Mittagspause“, sagt eine der drei Damen, die mir in der Schnorrstraße in der Maxvorstadt entgegen kommen. Sie sind augenscheinlich auf dem Weg zum Alten Nördlichen Friedhof, einem der weitläufigen Friedhöfe in München, die mit ihrem parkähnlichen Charakter zum Spazierengehen und Innehalten einladen. Hier treffen sich Jogger, Studenten, die auf der Wiese liegen und lesen, Mütter mit Kinderwagen und ältere Münchner aus der Nachbarschaft – sie alle schätzen die Ruhe und die besondere Stimmung. Wenn man sich auf eine der Bänke setzt, ist das einzige Geräusch oftmals nur das Hämmern der Spechte – ein herrlicher Ort zum Durchatmen.
Alter Nordfriedhof
Arcisstraße 45
80799 München

Kirche am Josephsplatz – einfach mal Innehalten
Nur wenige Schritte weiter, am Josephsplatz befindet sich eine weitere Ruheoase für gestresste Großstädter, die Kirche St. Joseph. Warum nicht einfach mal zehn Minuten auf einer der Kirchenbänke Platz nehmen, die ruhige, besinnliche Atmosphäre aufsaugen und ein wenig Kraft tanken? Einfach einmal ausprobieren, der Alltag und das Getöse der Stadt ist plötzlich in weiter Ferne.
St. Joseph
Josephsplatz 1
80798 München

Krenns Café – Verstecktes Gartencafé mit Stubentiger in Schwabing
Laufkundschaft verirrt sich kaum hierher, denn das Krenn’s Café liegt etwas versteckt in Schwabing, in der Hiltenspergerstraße. Dafür hat man hier seine Ruhe, entweder in dem großzügigen Garten oder auf einem der gemütlichen Sofas oder der Sitzbank am Fenster in dem liebevoll eingerichteten Lokal. Der Garten ist ein Traum, unter den Füßen knirscht der Kies, eine üppige Hecke schirmt die Straße ab, an der aber ohnehin kaum etwas los ist. Innen plätschern leise französische Chansons, ein leichter Rosenduft schwebt einem um die Nase. Während man auf einen frisch zubereiteten Zucker-Zimt-Crêpe wartet, der übrigens auf einem wunderschönen Vintage-Teller mit Goldrand und mit Rosenblättern verziert serviert wird, kann man in einem der alten Bücher blättern, die überall herumliegen. Oder einfach die verspielte Dekoration bewundern und mit der Hauskatze kuscheln. Ich komme sicherlich ganz bald wieder. Dann schnappe ich mir eine der selbst gestrickten Wolldecken, probiere die Linsen-Curry-Suppe und werde hier den ganzen Tag verträumen.
Krenn’s Café
Hiltenspergerstraße 24
80798 München

Hoover & Floyd – die mit den röhrenden Hirschen
In meinem Wohnzimmer hängen zwar keine röhrenden Hirsche an der Wand, doch in dem hübschen Lokal in der Ickstattstraße fühle ich mich fast wie zu Hause. Das liegt nicht nur an dem Duft nach frisch gebackenem Kuchen, der einem bei Betreten des Hoover & Floyd um die Nase weht, sondern an der gemütlichen Atmosphäre, die sich wohltuend von so manch hektischem Lokal in der Stadt abhebt. Hier sitzt man auf bunt zusammengewürfelten Stühlen an kleinen Zweiertischen. Mit viel Glück ist das Sofa im „Separée“ im hinteren Teil des Lokals frei. Bei Liedern aus den Zwanzigern, die dezent im Hintergrund spielt, lässt es sich hier wunderbar abschalten, sei es bei einem hausgemachten Armen Ritter zum Frühstück oder einem Hoover’s Munich Mule am Abend.
Hoover & Floyd
Ickstattstr. 2
80469 München

Café am Glockenbach – Kuchenessen bei Schneewittchen
Eine weitere Ruheoase im Glockenbachviertel ist das Schneewittchen. Im Sommer kann man an einem der runden Tische zwischen grünen Büschen draußen seinen Kaffee und die Ruhe genießen, Straßenverkehr gibt es hier kaum. Oder man schnappt sich ein Kissen und macht es sich auf einer der Bänke im Lokal bequem, das in durchgängigem Weiß auf den ersten Blick etwas puristisch daherkommt, aber damit auch eine gewisse Ruhe ausstrahlt. Und der Gemütlichkeit tut die fehlende Farbe keinen Abbruch. Bei Obststreuselkuchen oder Karottensuppe mit Ingwer kann man hier in Ruhe Zeitung lesen. Oder man stöbert ein wenig in den Dekoartikeln, die im hinteren Teil des Ladens zum Verkauf angeboten werden.
Schneewittchen
Am Glockenbach 8
80469 München

Maria Passagne – Wohnzimmeratmosphäre mit exzellentem Sushi
Mein Wohnzimmer Nummer 2 – das Maria Passagne. Wie bei guten Freunden muss man auch hier klingeln, um hereingelassen zu werden, in das kleine Lokal, in dem geschätzt nicht mehr als 25 Personen Platz haben. Möchte man es total lauschig haben, entscheidet man sich am besten für die Bank im hinteren Teil der Bar Privé. Aber auch vorne, unter dem Blick der afrikanischen Masken und der Namensgeberin des Lokals ist es ruhig und gemütlich. Dafür sorgt unter anderem das schummrige Licht und die unaufgeregte Atmosphäre der Gäste, die nicht zum Partyfeiern in das im 50er-Jahre-Stil dekorierte Lokal kommen, sondern um in Ruhe zu plaudern, das köstliche Sushi zu genießen und dem dezenten Barjazz im Hintergrund zu lauschen. Lärmendes Partyvolk wird vom Wirt auch einfach mal vor die Tür gesetzt, ist zu hören. Gut so, denn ins Maria Passagne kommt man, um einen ruhigen Abend mit Freunden in Wohnzimmeratmosphäre zu verbringen.
Maria Passagne
Steinstr. 42
81667 München

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Danke Alex für die super Tipps! Wenn man nun schon seit Jahren mit Kindern draußen wohnt, vergisst man schnell, wie malerisch es in München sein kann!
    Liebe Grüße vom Landei

    • liebe marina, freut mich sehr, dass dich der artikel inspiriert hat! wenn ich zurueck bin aus indien, nehme ich dich mal mit auf recherchetour -:). lg aus goa, alex

  2. Pingback: Osttirol: Genusswochenende in den Hohen Tauern - Traveling the World

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