Warum ich meinen Urlaub am liebsten daheim in München verbringe

@Tizian Unkauf

Von wegen „München ist ein Dorf“ –  im pre-Wiesn-Monat August ist München internationaler denn je.
Alle Jahre wieder – den achten Monat im Jahr bleib ich immer dahoam. „Und das ist gut so“, um mal den Berliner OB zu zitieren. Warum? Klar, es ist für mich ein Monat der spannenden, gegensätzlichen Momentaufnahmen in dieser Metropole, der Weltstadt mit Herz, die nicht erst Ende September zum Wiesn Auftakt voller Internationalität daher kommt, sondern eben schon jetzt: vier Wochen früher! Denn derzeit ist München das „Mekka“ für Hunderte Gäste aus Saudi Arabien, die die heimische Hitze nicht ertragen können und ins „arabisch gefühlt“ kühl-schattige München flüchten.

Sommer in München! Hier findet Ihr Abkühlung! Ich freue mich immer wieder, wenn ich in der Innenstadt zig Frauen begegne, alle komplett verhüllt in schwarzen Burkas und  immer mit der ganzen Family unterwegs. Denen gefällt es hier auf jeden Fall, denke ich mir, auch wenn man es an deren Mimik und Gestik definitiv NICHT ersehen kann, außer man gehört zur Gattung „The Mentalist“. Meist sind sie mit vielen Designer-Shoppingtaschen bepackt, die uns heimische „normalo“ Frauen zwar neidisch werden lassen, aber all die Label-Boutiquen Inhaber auf der Maximilianstrasse zur intensiven Endorphin – Ausschüttung beflügeln. Neulich sprach ich mit einem Juwelier, der in einem 5-Sterne Hotel seinen kleinen Schmuck-Shop betreibt: er sagte mir: „Schau, wenn die Araber nicht wären, könnte ich hier dicht machen – sie bringen mir das Geschäft des Jahres!“ Und auch sonst sind die arabischen Gäste im August doch der beste Beweis: Wer einmal sein Herz für München geöffnet hat, der wird schnell zum „Heavy User“ der Isarmetropole.

Gegensätze ziehen sich an
Die Unterschiede zum Rest des Jahres liegen auf der Hand: Parkplatzmangel das ganze Jahr – im August kannst du sogar mitten in Schwabing oder am Orleansplatz noch eine legale Lücke für dein Vehikel finden. Stau auf dem Mittleren Ring – musst du suchen! Die Zeitersparnis, um von A- wie Allach bis nach B -wie Berg-am-Laim zu kommen, beträgt satte 15 Minuten – herrlich, wenn man sonst an „chronischer Zuspätkommeritis“ leidet. Und vor allem: keine Schlange an den einschlägigen Eisdielen! Eisdielen in München – meine fünf Orte der süßen Versuchung. An dieser Stelle: DANKE an alle „Sommerferien-Urlaubs-Vorausplaner“ – die schon im Januar „ihren“ August-Urlaubsantrag im Kollegenkalender fett markieren – brav in deutscher Handtuch-Reservier-Manier! Endlich macht sich diese eingedeutsche, generationenübergreifende Gewohnheit mal bezahlt für die Daheimgebliebenen! All die Freibäder überzeugen als Ruhe-Oase statt als Kinder-Action-Arena. Die „Business-Hektik“ wird zurückgeschraubt auf ein Wellness-Relax Level: Denn man erreicht beruflich sowieso niemanden: Dauernd heisst es: „Also mein Chef ist erst ab 2. September wieder erreichbar, bitte san´s so nett und rufen dann wieder an bittschön!“  Ergo: Regional bewilligter Überstundenabbau im August – herrlich- erst recht bei diesem Mega-Sommer-Sonnen-Wetter dieser Tage!

August – der pre-Wiesn Monat
Während sich die Aktiven der Hoch-und Tiefbau Firmen Münchens austoben, eine Baustelle die nächste ergänzt und man den Eindruck bekommt, als würde jedes reparierte Schlagloch ne fette Provision einbringen – tummeln sich andere Aktive, nämlich die unzähligen Wiesn-Fans in den Trachtenläden: Und beide haben eines gemeinsam: „Aufbrezln“ vor der Wiesn! Die Stadt will ihr hübschestes ordentlichstes Gewand präsentieren und die Münchner ihr attraktivstes Oktoberfest-Outfit! „Aufbrezln“ muss aber auch langfristig geplant sein – und das nicht nur beim Baureferat: Wenn man nicht nur die fescheste Tracht vorführen will, sondern auch das Haupthaar in hübscher Wiesn-Hochsteck Frisur drapiert haben will, sollte man definitiv jetzt schon einen Termin beim Coiffeur seines Vertrauens ausmachen. Welch weiser Tip aus meinem Lieblingsfriseursalon „Lipperts“, denn die Stylisten dort haben Recht, wenn sie sagen: „Die Wiesn ist nicht nur die 5. Münchner Jahreszeit, sondern obendrein die Aufhübsch-Rushhour in München!“ Verständlich, denn schon bald blickt die ganze Welt auf die Theresienwiese und auf die vielen Festzelte und Fahrgeschäfte, die dann erneut eines beweisen: München ist so beliebt und international, dass New York, Rom, Tokio oder Sydney sich – auch im August schon – einfach warm anziehen müssen!

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hi Zusammen,

    ich lebe seit 11 Jahren in München und möchte hier gar nicht mehr weg.
    Ein in München verliebte Person

  2. Also, wenn jemand den Stau am Mittleren Ring sucht: ich stand gestern mittag um 11 Uhr drin..Brudermühltunnel.. das mit „im August ist weniger Verkehr“ stimmt leider nicht mehr.

  3. Warum sollte man im August auch die Stadt verlassen? A) ist es dann schön leer und wenn man nicht darauf angewiesen ist, sich nach Schulferien richten zu müssen, dann fährt man sowieso nie Hauptsaison – also die leer Stadt und Kaiserplätze an der Isar nutzen / b) hat es hier im August die perfekte Temperatur, um an der Isar oder am Flaucher zu liegen, außerdem gibt es superviele schöne Seen in der Umgebung, besser geht’s ja nicht / c) woanders hinfahren und in der Hitze mit tausend anderen Touris brutzeln? schreckliche Vorstellung….

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