Mit dem DOK.fest über die Leinwand in die Welt

Mit dem DOK.fest über die Leinwand in die Welt

Mit dem DOK.fest über die Leinwand in die Welt

An Festivals mangelt es München sicherlich nicht. Eines der Festivals die bislang eher im Stillen abgehalten wurden, fand dieses Jahr bereits zum 28. Mal statt. All die Jahre zuvor kannte ich das Festival nur vom Hörensagen, hier und da fielen mir Plakate an Wänden und Litfaßsäulen auf, besucht habe ich es nie. Dieses mal ließ ich mich bewusst auf das Erlebnis ein, eine Woche lang konzentriert in Dokumentationsfilme aus aller Welt einzutauchen. 131 Filme wurden in dieser vergangenen Mai-Woche auf dem Festival gezeigt, sie alle anzusehen ist unmöglich. Daraus jedoch eine Auswahl zu treffen, fällt auch nicht leicht.

Mit dem üppig gestalteten Programmheft zum DOK.fest hat man zwar einen guten Führer zur Hand, dennoch fallen die Entscheidungen für oder gegen den Besuch eines Films eher blind. Im Festivalzentrum, das während der Woche im Filmmuseum am Jakobsplatz residiert, finden sich noch zusätzliche Informationen zum Programm, auch werden dort alle Fragen kompetent beantwortet. Letztendlich entschied bei mir aber doch das Gefühl über die Zusammenstellung des Programms.

Meine Auswahl trug mich zuerst nach Niederbayern, um einem Landarzt bei seiner Arbeit zu begleiten, führte mich mit zwei jungen Köchen durch Asien die sich auf ihrer Reise neue Kochkünste aneigneten, ich durfte mit drei Familien in Kambodscha die Auswirkungen der Globalisierung erleben, konnte Burlesquetänzern auf der Lower-East-Side in Manhattan bei ihren Auftritten zusehen, mutigen Bloggerinnen in fernen Ländern bei ihrer mitunter lebensgefährlichen Beschäftigung zusehen und eine Gruppe Hippies dabei beobachten, wie sie versuchen ihre Vorstellungen von freier Liebe umzusetzen und gleichzeitig den brasilianischen Regenwald retten.

Gestern wurden die besten Filme prämiert – ich habe keinen dieser Gewinnerfilme gesehen und dennoch fehlt mir nchts. Deise Woche schenkte mir tiefe Einblicke in fremde, teils bizarre Welten und ein geschärftes Bewusstsein dafür, wie unterschiedlich wir Menschen die Suche nach einem glücklichen Leben gestalten. Bei allem was uns trennt, sind wir darin doch alle  gleich. Wem dieses Resümeé nun zu spirituell klingt, der sollte sich im kommenden Jahr selbst auf den Weg machen und mit dem DOK.fest vom Kinosessel hinaus in die Welt ziehen. Wer weiss, ob er sie danach noch mit denselben Augen sieht.

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