Kulinarische Reise in die Kontinente: Fünf Restaurant Tipps

Wir laden euch auf eine kulinarische Weltreise ein, ohne dass ihr München verlassen müsst! Fünf Kontinente, fünf Gastro‐Tipps – für jeden Kontinent einen. Natürlich, wie immer, höchst subjektiv von unserer Autorin Margot Weber zusammengestellt.

Europa: The Victorian House
Großbritannien also. Nicht gerade bekannt als Hort lukullischer Genüsse. „Fish’n’Chips“ und so. Aber da es in München ja von Italienern, Griechen oder Spaniern nur so wimmelt, kommt hier ein Tipp für alle, die High Tea oder Scones mit Erdbeermarmelade und Cornish Clotted Cream mögen: das Café Klenze in der Alten Pinakothek.

Man erreicht es über eine lange Marmortreppe – und allein dieser Weg dorthin ist bereits atemberaubend. Und dann erst das Interior-Design des hohen, lichten Raums: höchst stilvoll! Rundbogenfenster, eine Mahagoni-Bar, samtbezogenen Bänke und Stühle, Amphoren, Spiegel, Skulpturen, Bronzeputti, chinesische Porzellanvasen und eine Wandtafel, auf der mit Kreide die Tagesangebote notiert sind.

Daneben gibt’s Suppen, Salate, Sandwiches, eine kleine Auswahl an warmen Gerichten und das wechselnde Businessmenü. Und dazu, wie es sich für eine britische Einrichtung gehört, 80 verschiedene Teesorten. Ich selber war jetzt ein paarmal dort, zu unterschiedlichen Tageszeiten, aber mein absoluter Favorit ist und bleibt das opulente Frühstücksbuffet am Sonntag (17,90 Euro p.P. ohne Getränke).
The Victorian House (Café Klenze)
Barer Straße 27

Asien: Cochinchina
Vietnam. Nunja. Auch Vietnamesen gibt’s viele in München – doch die haben meist die typische Low-Budget-Küche. Die oft gar nicht schlecht ist, sondern schön frisch und knackig. Aber das „Cochinchina“ (vietnam. für Südvietnam) ist anders, und zwar optisch wie geschmacklich: Im hohen Restaurantraum dominieren warmes Holz und edle Stoffe; es gibt luftig viel Platz zwischen den Tischen, und edle hölzerne Raumteiler sorgen für Diskretion.

Aus der Küche kommen Gerichte für den gehobenen Geschmack, die vor allem mittags ein ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis bieten: Der Lunch ist ab 8,90 Euro zu haben. Die Abendkarte startet dann bei ca. 20 Euro. Hühnchen, Rind, Ente, vegetarisch mit oder ohne Tofu – hier haben meine Freundinnen und ich immer etwas Leckeres gefunden!
Cochinchina Restaurant
Kaiserstraße 28

Australien: Ned Kelly`s
Australien. Ähem. Meine erste Erfahrung mit Kängurufleisch fand ich nicht so toll, aber das ist viele Jahre her. Auch das RTL-„Dschungelcamp“ lässt mich am guten Geschmack der Australier manchmal zweifeln. Aber egal. Ich kann ja vielleicht einfach den warmen Ziegenkäse-Salat bestellen. Und der schmeckt zu meiner Überraschung gar nicht schlecht. Meine Freunde ordern unterdessen diverse Burger, die Baked Potatoes und ein Cheddar Cheese and Coleslaw Sandwich.

Aber, ehrlich gesagt, kommen die wenigstens zum Essen ins Ned Kelly’s, das übrigens nach einem berüchtigten Straßenräuber benannt ist, sondern eher, um Spaß zu haben. Denn in der Bar werden auch Rugby- und Australian Football übertragen, die anzuschauen mit einem frisch gezapften Fosters oder einem Guinness gleich nochmal so viel Spaß macht.
Ned Kelly`s
Frauenplatz 11

Amerika: Burrito Company
Amerika. Ja, ich weiß: gähn. Burger mit Pommes. Und für Hipster die Veggie-Burger-mit-Süßkartoffelpommes-Variante. Aber an dieser Stelle möchte ich ganz bewusst nicht die 50. Rinderhack-Braterei empfehlen, sondern ein kleines Projekt zweier Nachwuchs-Gastronomen. Michael Freismuth und Daniel Hoffmann haben sich während eines Praktikums in San Francisco kennengelernt – in der Mittagspause, beim Burrito-Essen. Die übrigens keine mexikanische Erfindung sind, sondern eine US-amerikanische, sprich: eine Schöpfung der nach Kalifornien eingewanderten Hispanics. Die beiden Ex-BWLer haben im Sommer vor zwei Jahren den Weizenfladen nach München gebracht und dabei seine Rezeptur auch ein wenig dem deutschen Gaumen angepasst.

Ich bestelle den klassischen Burrito in der Variante mit Hühnerbrustfilet für 6,50 Euro, meine Freundin wählt die vegetarische Variante mit Paprika, roten Zwiebeln und Feta-Käse für 5,90 Euro. Aufpeppen können wir unsere Teile mit Bohnen, Käse, Salat, Sour Cream, Mais und Blattsalat. Für die Schärfe können wir wählen zwischen Salsa und Chili-Salsa. Ich denke: Wenn schon, denn schon und will alles und das richtig scharf. Wir setzen uns in die Sonne, die auf die Augustenstraße scheint, und hauen genussvoll rein. Superlecker! Und die Prise California-Feeling, die im Laden zu spüren ist, gibt’s sogar noch kostenlos dazu.
Burrito Company
Augustenstraße 74

Äthiopien: Blue Nile
Äthiopisch. Ich gebe zu: Darunter konnte ich mir früher auch nichts vorstellen. Dann hat eine Freundin im „Blue Nile“ ihren Geburtstag gefeiert und ich war zum ersten Mal dort. Und hatte einen tollen, weil sehr außergewöhnlichen Abend.

Im Lokal sieht’s ein bisschen afrikanisch angehaucht aus – aber in der studentisch-entspannten Variante. Die Speisekarte überfordert mich ein bisschen, fast alles ist mir unbekannt. Also wähle ich etwas, das möglichst fremd klingt. „Dorowot“ erfüllt dieses Kriterium perfekt. Als „äthiopisches Nationalgericht“ steht es in der Karte; ich bestelle die Variante mit Hähnchenbrust. Die Sauce soll „pikant“ sein, und dazu soll’s noch ein hart gekochtes, scharfes Ei geben.

Als die Kellner servieren, machen wir eine ganz neue Erfahrung: Das Essen kommt auf großen Blechschalen, auf die ein Sauerteig gelegt ist, auf dem dann wiederum drei Gerichte zusammen liegen. Dazu gibt’s ein Korb mit weiteren gefalteten Brotfladen. Messer und Gabel liegen nicht bereit, wir sollen die Fladen als Greifer und Dippmaterial nehmen. Die Freundin auf meiner linken Seite hat Lamm mit Grünkohl bestellt, die Freundin rechts „Schirowat“, ein weiteres äthiopisches Nationalgericht. Wir beschließen – und genau so ist es gemeint – unsere Fladen reihum mal hier, mal da einzudippen. Alle teilen miteinander – und alle sind am Ende pappsatt. Nicht zuletzt, weil wir den Sättigungsgrad des Fladenbrots unterschätzt haben. Der Honigwein tut ein übrigens, so dass ich am anderen Morgen das Frühstück locker ausfallen lasse.
Blue Nile
Viktor-Scheffel-Straße 22

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