Museum Lichtspiele: Münchner Kinos im Portrait. Film ab!

Winterzeit ist Kinozeit – wenn die Abende länger werden, tausche ich gerne Sofa gegen Kinosessel. Am liebsten in einem der geschichtsträchtigen Münchner Lichtspielhäuser. Wisst Ihr, welche die ältesten Filmtheater sind, in denen es vor über 100 Jahren schon hieß: „Vorhang auf“?

Zwischen Plüschsesseln, Rokokokitsch und Marmorsäulen - Filmvergnügen in Münchens ältesten Kinos: Museum LichtspieleMuseum Lichtspiele
Wenn ich mir Filme in der Originalversion ansehe, gehe ich meistens in die Museum Lichtspiele. Der erste Film, den ich mir in Münchens zweitältestem Kino angeschaut habe, war tatsächlich die Rocky Horror Picture Show. Also jener Streifen, der dem kleinen, besonderen Kino in der Au zu seinem Kultstatus verhalf und der seit mehr als 30 Jahren jeden Samstag in der Spätvorstellung gezeigt wird. Schon die Tür mit dem Hinweis „Enter at your own risk“ weckt Bilder von dem Tor zu einem unheimlichen Schloss, in dem ein gewisser Dr. Frank N. Furter sein Unwesen trieb. Mit seinen blutroten Sessel, der „himmlischen“ Wandbemalung und seinen Nackedei-Statuen ist der im plüschigen Rokokostil eingerichtete Saal zwei auch heute noch mein Lieblingssaal in den Museum Lichtspielen.

Doch auch die übrigen Säle von Münchens zweitältestem Kino haben alle ihren besonderen Charme. Da sind die unendlichen Weiten von Kino 4, in dem sich auch die Star Trek-Helden heimisch gefühlt hätten und Captain Kirk sich sicherlich gerne bei einer Tüte Popcorn von den Aufgaben auf der Brücke der Enterprise erholt hätte. Luc Besson-Anhänger mit einer Vorliebe für einen Tiefenrausch sind im „Grand bleu“-Saal gut aufgehoben, der im Stil des Kultfilms „Im Rausch der Tiefe“ gestaltet ist. Auf Drängen der Fans, die die deutsche Fassung nicht mochten, wurde in den Museum Lichtspielen die lange Originalfassung gezeigt – mit einem so großen Erfolg, dass Kino drei nach „Grand bleu“ benannt wurde. Klassisch geht es im größten Saal, dem Kino eins zu, der an den Vorführraum der frühen Filmpaläste erinnert.

Die Museum Lichtspiele hieß früher übrigens „Gabriels Tonbildtheater“ – denn auch das fußläufig vom Deutschen Museum gelegene Kino geht auf den Leinwandpionier Carl Gabriel zurück. Die Nähe zum Museum verdankt das Haus übrigens seinen heutigen Namen, den es seit 1918 trägt. Wie das Gabriel Filmtheater, blicken die Museum Lichtspiele ebenfalls auf eine abwechslungsreiche, lebhafte Geschichte zurück. Eine Zeitlang war es als „Revolverkino“ bekannt, da man sich auf die populären Italo-Western eingeschossen hatte. In den Zeiten des Besucherschwunds in den Siebzigern wurde ein Saal an Beate Uhse untervermietet. Mit der Verfilmung des Musicals „Rocky Horror Picture Show“ kamen die Besucher zurück, die „transsexuellen-transsylvanischen Partys während den unzähligen Vorführungen müssen legendär gewesen sein. Der Kultstreifen brachte die Museum Lichtspiele sogar ins Guinnessbuch der Rekorde. Ich glaube, es wird Zeit, dass ich mich an einem der kommenden Samstage nochmal mit Klopapier, Reis und Wasserpistole bewaffnet auf den Weg über die Isar in die Lilienstraße mache …

Aktuelles Programm Museum-Lichtspiele
Lilienstraße 2
81669 München
Telefon: 089-482403

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