München ist mehr! Mit einer Bloggerin auf Entdeckungsreise durch München

cafe-jasmin-copyright-denizMünchen ist nicht nur Weißwursthauptstadt, Hofbräuhaus oder englischer Garten. München, das ist auch Grillen am Flaucher, Spezi trinken am Gärtnerplatz und sonntägliches Schlendern durch die verschiedensten Museen. Augenzwinkernd wird München das Millionendorf genannt. Denn genau hier lässt sich in bayerischer G’mütlichkeit kulturelle Vielfalt erleben, auf lässigen Charme treffen und trotzdem regelmäßig den Nachbarn auf der Straße treffen – den wahnsinnigen Großstadtzirkus sucht man hier vergebens.
Lasst uns ein München abseits der üblichen Touristenpfade entdecken!

Das Café Jasmin ist ein Herzstück der Münchner Cafékultur. In der Steinheilstraße 20 lässt es sich stilvoll in den Tag starten, denn das schmucke Kaffeehaus ist seit 1950 weitgehend original erhalten und bewahrt sich dadurch einen heimeligen Charme, wie wir ihn eigentlich nur aus Omas Wohnzimmer kennen. Und die wiederum würde sich doch wirklich freuen, zu Trüffeltarte und einem Cappuccino mit feinstem Milchschaum ausgeführt zu werden. Das Jasmin, dessen hübsches Interieur unter Denkmalschutz steht, ist übrigens im Stadtteil Maxvorstadt zu Hause, der dank seiner ehemaligen prominenten Bewohner wie Thomas Mann und Paul Klee das „Gehirn Münchens“ genannt wurde.

Die Maxvorstadt hat neben den angesiedelten Hochschulen und Museen einiges an Kultur beizutragen, daher lohnt sich immer ein Streifzug entlang der Pinakotheken und kleinen Galerien. Besonders schön ist es, an einem sonnigen Tag spazieren zu gehen, am besten mit einem Eis vom Bala Beni, der wohl besten Eisdiele Münchens. Übrigens kostet der Eintritt in sämtliche Museen am Sonntag nur einen Euro, es lohnt sich also wirklich, den Tag nicht in Katerstimmung zu verpennen, sondern rauszugehen und Kultur zu schnuppern.

Schlemmen, wenn der kleine, der große oder der riesige Hunger sich ankündigen? Nur wohin, das ist die Frage, denn die Auswahl übertrifft sich schneller, als wir „Mahlzeit“ sagen können. Klar gibt es da die alteingesessenen, bayerischen Gaststuben wie Alter Simpl und Co., aber mittlerweile kommen auch Vegetarier und Veganer auf ihre Kosten und finden eine große Vielfalt an Gaumenfreuden.

Sei es die vegane Bolognese der Waldmeisterei (für die Fleischliebhaber dann eben das Wurstbrot), der vegane Burger im Bodhi, orientalische Snacks im israelischen Shine&Sharp oder Gerichte aus dem lokalen und saisonalen Angebot der Cantine Cantona. Noch nicht genug Auswahl für so richtiges Soulfood? Wie wäre es dann mit dem Gasthaus Schwalbe im Westend, wo Sternekoch Karl Ederer seit kurzer Zeit sein Heimat Food herzig serviert oder die Opaque Confiserie am Viktualienmarkt, wo verdammt leckere, fair gehandelte Schokoladenträume wahr werden? Essen en masse, fehlt nur noch das Shopping und die Abendplanung, um den Münchentag perfekt zu machen.

Bücherwürmern und solchen, die es schleunigst werden sollten, sei die Buchhandlung Isarflimmern ans Herz gelegt. Zwischen einem Sortiment aus vielen unabhängigen Verlagen, blitzen auch die ganz großen Namen auf. Es finden sich liebevoll ausgesuchte Bildbände und schön illustrierte Kinderbücher. Wer auf der Suche nach kleinen Geschenken ist oder gerne schmökert ohne Zeitdruck, ist auf dem orangefarbenen Sofa mit einer Tasse (kostenlosem) Kaffee in der Hand bestens aufgehoben. Vor allem die Lesungen und Abendveranstaltungen sollten im Terminkalender fett angestrichen werden.

Shoppen lässt es sich aber in der ganzen Stadt wunderbar, immer wieder schießen Pop-up-Stores aus dem Boden und Jungdesigner öffnen ihre Türen. Zum Beispiel VANOOK, das Label, hinter dem die beiden Absolventinnen der Deutschen Meisterschule für Mode und Design stehen und sich darauf verstehen, zeitgemäß cleane und schicke Textilien in Deutschland anfertigen zu lassen.

Auch nice: Der Laden Cheers from downtown, der im Herzen Schwabings, direkt am Englischen Garten, zu finden ist. Er bietet kleinen Modelabels, die in geringer Stückzahl produzieren, eine hübsche Plattform. Denn sattgesehen an den großen Modeketten haben wir uns schon lange – gute Teile findet man nicht im übervollen Konsumtempel.

Nachts leuchtet München am schönsten, das wusste ja auch schon Thomas Mann. Feiern gehen wir deswegen genau da hin, wo wir das Lichtermeer am schönsten sehen können – im von außen unscheinbaren The Flushing Meadows, das Designhotel mit einer unverkennbaren Bar im obersten Stock. Wir kehren aber auch gerne in die Bars ein, die mittlerweile schon einige Jahre auf dem Buckel haben und mehr als eine Geschichte erzählen können: Das Café Kosmos oder die Favorit Bar, das Jennerwein oder die Zephyr Bar.

Die neuesten Streiche, um nur ein paar zu nennen, wären das Katopazzo und die Totem Bar, die Beard Bar für die männlichen Vertreter der „Lumbersexuality“ oder die Registratur – kein Club mehr, dafür Bar, aber Hauptsache wiedereröffnet!

Nur ein paar Highlights herausgepickt, ergeben sie im Gesamtkonzept ein Bild, das erzählt, warum München viel mehr ist als Weißbier und Dirndl, als verstaubter Traditionsbegriff und der Mythos der Verschlafenheit. Viel Spaß beim Entdecken!

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