Die Klausurzeit in München. Von nichts, kommt nichts?

Die Klausurzeit in München

Als ich noch zur Schule ging galt der Februar als ein wirklich guter Monat: der Schnee war noch da und wir befassten uns meist mit unseren Kostümen für den Fasching. Ach ja, da waren noch die Faschings-Ferien, die die Beliebtheit des Februars deutlich erhöhten. Nun bin ich aber Studentin auf der Ludwig-Maximilians-Universität und deshalb gehört der Februar zu den unbeliebtesten Monaten überhaupt. Der Grund? Natürlich die Tatsache, dass es Klausurzeit ist.

Ein Dutzend Bücher, Folien und Notizen liegen bei mir überall herum und ich sollte aus diesen auch lernen (sie anzustarren nutzt wohl nichts). Ich verbringe also die meiste Zeit in der Studentenbibliothek, der Universitätsbibliothek im Zentralgebäude der Münchner Uni, der „StaBi“ (Bayerische Staatsbibliothek) oder der Bibliothek im Englischen Garten. Hauptsache es ist eine Bibliothek! Natürlich können wir nach den Klausuren in den Semesterferien alles Mögliche anstellen: ein Praktikum absolvieren, ein wenig arbeiten, um Geld zu verdienen oder auch nur entspannen.

In München sind viele Unternehmen darauf eingestellt, während der Semesterferien Studenten einzustellen, da es enorm viel Bedarf gibt. Bis dahin wird es aber hart: in meinem Studium beispielsweise gilt das 3.Semester als das anspruchsvollste.  Damit einher geht die Angst vor dem Versagen. Man hat in München   – anders als in meiner Heimat, Griechenland – nicht viele Versuche um zu bestehen. In meinem Studium kann man jede Klausur nur einmal wiederholen, also zwei Versuche, sonst wird man exmatrikuliert und hat auch nicht die Möglichkeit dieses Fach in ganz Deutschland zu studieren. In München ist das Niveau generell sehr hoch und der Konkurrenzdruck relativ stark.

Mittlerweile gilt ein Master nämlich als erforderlich und dafür braucht man hier meistens eine sehr gute Bachelor-Note. Ansonsten heißt es wohl: Adieu schöne Stadt, München! Aber ich will mich nicht beschweren. Wenn man etwas erreichen will muss man natürlich auch hart dafür arbeiten, „von nichts kommt nichts“. Und für einen Abschluss einer solchen Uni lohnt es sich das auch! Letztendlich, vergeht im Leben vieles: Liebesdramen, Krisen, Streitereien, Ruhm, Geld. Doch die Leistungen, die man selbst erbracht hat und die Bildung und Erfahrungen, die man daraus gewonnen hat überschreiben alles andere.

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