Der Radi – viel mehr als Bestandteil der klassischen Biergarten-Brotzeit

Jeden Sommer warten die Münchner und die Bayern darauf, dass das Wetter es zulässt, endlich wieder in den Biergarten zu gehen. Das liegt zum einen daran, dass wir sehr gerne draußen sitzen, dass meistens ein Kinderspielplatz in der Nähe ist, wo man die Kleinen auch mal unbeaufsichtigt lassen kann und daran, dass man dort seine eigene Brotzeit mitbringen darf.
Letzteres ist sogar in der Bayerischen Biergartenverordnung festgeschrieben und wird als „Brotzeitrecht“ bezeichnet. Für mich gehört zu einer solchen Brotzeit neben der Maß Bier oder Radler auf jeden Fall ein Radi, Obazder und eine Brezn – wahlweise auch ein Butterbrot. Und hier noch ein paar Tipps, wo Ihr Eure Biergarten-Brotzeit genießen könnt.

Radi – eine runde, gesunde Sach‘
Die verschiedenen Rettich-Sorten und ihre kleinen Schwestern, die Radieschen haben eines gemeinsam: sie sind gesund, leicht und lecker. So deckt beispielsweise ein Radi den Tagesbedarf an Vitamin C eines Erwachsenen, enthält viel Calcium und fördert die Verdauung. Gleichzeitig bringt er den Stoffwechsel in Schwung, enthält kein Fett und kaum Kalorien. Da kann man sich dann das eine oder andere Extra-Bier leisten.

Der klassische Biergarten Radi ist weiß, rot oder schwarz. Radieschen sind rot oder rot und weiß, Eiszapfen sind ebenfalls weiß und von der Größe zwischen Radi und Radieschen. Und dann gibt es noch Mairübchen, die vor allem im Mai und Juni angeboten werden. Der Unterschied ist aber eher optisch als geschmacklich. Zur Brotzeit wird der Radi roh gegessen, man schneidet ihn in dünne Scheiben und lässt ihn mit Salz ein wenig „weinen“, was ihn milder und bekömmlicher macht. Für Salat wird er in feinen Stiften verarbeitet und gerne mit anderem Gemüse wie Karotten, Gurken oder Zucchini gemischt.

Auf den Schnitt kommt es an
Wer keine Erfahrung mit dem Schneiden eines Radi hat, der hobelt ihn am einfachsten, auch wenn das nicht klassisch ist. Die Ziehharmonika bekommt man wenn man sich vor Ort eine Portion kauft und den Schnitt kann man entweder mit einem Radischneider oder mit der Technik, die im folgenden Video erklärt wird, erreichen: 

Mein Persönlicher Favorit ist aber der so genannte Buchschnitt: Dafür wird der Radi in dünne Längsscheiben geschnitten. Etwa ein Zentimeter vor dem Ende der Wurzel aufhören, damit die „Buchseiten“ zusammen bleiben. Hier salzt man zwischen diesen Scheiben. Ich mag es, wenn man die größeren Scheiben mit etwas mehr Biß hat, aber vielleicht bin ich auch nur nostalgisch, weil der Radi bei uns zu Hause immer schon so auf den Tisch kam.

Rettich in der internationalen Küche
Außerhalb von Bayern findet man den Rettich vor allem in der asiatischen Küche, dann aber nicht als Rohkost, sondern als Gemüse oder als Curry mit Ingwer und Kokosmilch oder in ähnlicher Zusammensetzung. Meine Verkäuferin hat mich bis jetzt immer gefragt, ob sie das Kraut gleich wegnehmen soll. Das hab ich in einer internationalen Runde erzählt und völliges Unverständnis geerntet, weil zum Beispiel in Tibet die Blätter ähnlich wie Spinat mit Zwiebeln und Knoblauch gebraten werden. Weil ich mich nicht vergiften will, habe ich sicherheitshalber nochmal in der Gärtnerei meines Vertrauens gefragt und tatsächlich, man kann die Blätter auch verarbeiten. Also werde ich dieses Rezept demnächst mal probieren.

Außergewöhnliche Rezepte für Rettich gefällig? Dann ist vielleicht der Rodka – Der Sommercocktail 2016 etwas für Euch. Die Radiblätter lassen sich auch gut in einem Wildkräuter-Smoothie zusammen mit Mangold, Borretsch, Sauerampfer, Meerettich, Spitzwegerich, Löwenzahn, Schafgarbe, Taubnessel, Gänsefuß, Gundermann und Kapuzinerkresse verarbeiten.

Wie esst Ihr Euren Rettich am liebsten? Habt Ihr auch ein tolles Rezept? Dann freuen wir uns auf Eure Kommentare.

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