4 alternative München-Tipps abseits von Dallmayr, Hofbräuhaus & Co

München – kulinarisch gesehen sind das für viele erst einmal Brezn, Weißwurst und eine ordentliche Maß Bier. Oder alteingesessene Institutionen wie Dallmayr und Feinkost Käfer. Das ist eigentlich ziemlich schade: Denn in München gibt es noch so viele andere kulinarische Schätze zu heben. Deswegen solltet ihr euch unbedingt mal wieder auf Entdeckungsreise machen – und diesen Beitrag mit vier alternativen Tipps für „Essen und Trinken in München“ lesen.

In München steht ein Hofbräuhaus. Und ein Craft Beer Shop.
In München gibt es richtig gutes Bier. Das weiß jedes Kind(l) und daran möchte ich auch nicht rütteln. Dennoch beobachte ich mit Wohlwollen, dass sich an immer mehr Ecken der Stadt eine kleine „Bier-Revolution“ angekündigt: In Form von Craft Beer Shops. Dort gibt es alles, nur keine bayerischen Bier- Klassiker. Sondern so Freveleien wie India Pale Ale, Stouts oder Frucht- und Sauerbiere.

Entsprechend gleicht der Besuch eines Craft Beer Shops auch einer Entdeckungsreise der Sinne. Edles, im Eichenfass gereiftes Bier steht hier neben dem Szene-Gerstensaft aus Hamburg. Selbst für glutenfreies Bier ist gesorgt. Viele der Kreationen sind durch ihr starkes Aroma zweifelsohne gewöhnungsbedürftig. Mit ein bisschen Durchprobieren habe ich aber ein paar wirklich leckere Konkurrenten zu Augustiner & Co aufgetan.

Ein gut sortierter Craftbeer-Laden ist zum Beispiel das Biervana in der Hohenzollernstraße. Die schiere Menge an unterschiedlichen Sorten hat mich anfangs zugleich beeindruckt und überfordert. Durch die vielen Holzkisten und neu eingetroffenen Kartons wirkte alles etwas chaotisch. Aber ähnlich wie in einer Weinfachhandlung beraten die Angestellten kompetent zu Geschmack, Brauverfahren und anderen Details.

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, kann sich unter anderem auf der Bierinsel-Website zum Thema Craft Beer in München schlau machen. In dem Sinne: Viva la (beer) revulotion – und hoch die Craft-Beer-Krüge!

Es muss nicht immer Bier sein: Vom Craft Beer zum „Craft Coffee“
Nicht nur beim Bier trinken könnt ihr in München neuerdings über Bouquet, Ausgewogenheit und Abgang fachsimpeln. Auch in Sachen Kaffee hat München mehr zu bieten als Espresso und Latte Macchiato. Bisher war die Siebträgermaschine das Nonplusultra, wenn es um die Zubereitung von geschmackvollem Kaffee ging; seit Kurzem erlebt allerdings der gute alte Filterkaffee ein kleines Revival.

Dass Filterkaffee – unter vielen Kaffeegenießern Inbegriff des schlechten Geschmacks – alles andere als oll sein muss, beweist Mahlefitz. Auf den ersten Blick wirkt das Café mit hauseigener Rösterei eher wie ein Hipster-Café als ein Gourmet-Tempel: Die Einrichtung ist geschmackvoll-modern, der Barista trendig-bärtig. Wirft man jedoch einen Blick auf die Karte, wird schnell klar, dass der Geschmack hier nicht nur schöner Schein ist. Die unterschiedlichen Sorten werden auf der Karte umschrieben mit Begriffen wie „reiches Blaubeeraroma“ und „langer Nachgeschmack nach Lavendel“.

Getrunken wird der Kaffee bei Mahlefitz (idealerweise) ohne Milch und Zucker, damit die Geschmacksaromen voll zur Geltung kommen. Als eine Person, für die Kaffee ohne Milch ungenießbar ist, war ich zunächst etwas skeptisch. Beim ersten Schluck war mir aber gleich klar, dass ich es hier mit etwas ganz Anderem zu tun habe als mit dem, was ich bisher als Filterkaffee kannte.

Die Farbe des Mahlefitz-Kaffees ist viel heller, eher bernsteinfarben als nachtschwarz. Der Geschmack hat sich für mich fast schon in Richtung kräftiger Tee bewegt – nicht so bitter wie „gewöhnlicher“ Kaffee, sondern fast schon mild. Und mit tatsächlich erkennbaren Aromen. Das Geheimnis von Mahlefitz ist, die Bohnen weniger stark zu rösten als üblich. So bleibt mehr übrig vom individuellen Eigengeschmack der Kaffeesorte.

Bei Mahlefitz spielt Kaffee in allen möglichen Geschmacksrichtungen und Zubereitungsformen ganz klar die Hauptrolle. Es gibt dort aber auch eine kleine aber feine Auswahl an süßen Versuchungen, sodass sich definitiv auch ein Besuch zum gemütlichen Nachmittagskaffee lohnt. Weitere Tipps für einen Café-Besuch in München findet ihr in der Café-Rubrik des muenchen.de-Blog.

Kuchentratsch nach Omas Geheimrezept
Guten alten Filterkaffee bekommt ihr nicht nur im hippen Mahlefitz, sondern auch bei Kuchentratsch. Der durchaus leckere Kaffee aus nachhaltigem Anbau spielt hier allerdings nur eine Nebenrolle: Im Mittelpunkt stehen vielmehr die köstlichen Kuchenklassiker, die von echten Omas (und Opas) gebacken werden.

Dass bei Kuchentratsch keine ausgebildeten Konditoren arbeiten, hat folgenden Grund: Zum einen backen Omas bekanntermaßen die besten Kuchen der Welt. Dank viel Erfahrung, ordentlich Herzblut – und dem ein oder anderen Geheimrezept. Und zum anderen haben die backenden Senioren so die Möglichkeit, sich mit ihrem Hobby ein paar Euro zur Rente dazu zu verdienen. Mindestens genauso wichtig für die Omas und Opas: Kontakte knüpfen und Menschen mit der gleichen Begeisterung fürs Backen kennenzulernen.

Ihr habt jetzt so richtig Lust bekommen auf gebackene Kuchen-Klassiker? Dann schaut gleich vorbei bei Kuchentratsch in der Landsberger Straße. Oder schwingt selbst den Koch- bzw. Rührlöffel – und versucht euch an den original Münchner Rezepten für Guglhupf, Rohrnudeln oder Auszogne auf dem Blog von muenchen.de.

Sagenhaft leckere Semmeln kaufen
Bekanntermaßen kann man sich nicht den ganzen Tag von Kaffee und Kuchen ernähren. Leider! Eine ordentliche Brotzeit braucht der Mensch bzw. Münchner. Wenn ihr wie ich die Nase voll habt von der Aufbackbrötchen-Monokultur, die die Innenstadt beherrscht, stattet „Knapp & Wenig“ einen Besuch ab.

In der Bäckerei ist „Knapp & Wenig“ Programm: Die Backstube ist klein, die Auswahl an Backwaren überschaubar. Das ist aber kein Nachteil – im Gegenteil: Bei „Knapp & Wenig“ wird nach uralten Rezepten gebacken. Die Zutaten sind simpel und dem Teig wird die Zeit gegeben, den er wirklich benötigt. Als Belohnung bekommt ihr Brote und Semmeln mit einem Geschmack, der jede Biergarten-Brotzeit zu einem Gedicht werden lassen.

Für meinen Blog MUC to go – der alternative Ideenguide für den München-Besuch(er) bin ich ständig auf der Suche nach frischen Tipps rund um München. Deswegen freue ich mich sehr, wenn ihr mir direkt hier im Kommentarbereich eure Anregungen für neue Beiträge hinterlässt.

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