Blogparade: „Ozapft is“ – München und seine Wiesn

Der Countdown läuft: Bald heißt es wieder „Ozapft is“ und die Festzelte auf der Theresienwiese öffnen ihre Pforten für das 182. Münchner Oktoberfest. Grund genug, zu unserer ersten Blogparade aufzurufen und alle bloggenden München-Liebhaber einzuladen, mitzumachen und ihre Sicht auf das größte Volksfest der Welt mit uns zu teilen.

Schon seit Mitte Juli wird auf der Theresienwiese gehämmert und gezimmert. In den Festzeltküchen wird aktuell eifrig vorgekocht und gebruzzelt. Sauerkraut, Knödel, Ochsenbacken, Geschmortes und viele andere Schmankerl liegen bereits tonnenweise auf Eis und warten auf die mehr als sechs Millionen Besucher aus aller Welt, die auch dieses Jahr wieder erwartet werden. Das Oktoberfest 2015 wartet mit verschiedenen Neuigkeiten auf, beispielsweise mit dem kleinen Festzelt „Goldener Hahn“, in dem auch vegetarische und vegane Wiesngänger auf ihre Kosten kommen. Auf der Oidn Wiesn gibt es eine neue Eis-Bar, wo Bierliebhaber Eis mit Biergeschmack kosten können. Wem’s schmeckt … Ich glaube, ich halte mich lieber an traditionellere Sorten.

Betrachtung der Wiesn als Zugeroaste
Falls ich dieses Jahr überhaupt die Wiesn besuche. Denn als Zugeroaste habe ich ein etwas gespaltenes Verhältnis zur Wiesn. In den ersten Jahren in München konnte ich dem Spektakel überhaupt nichts abgewinnen. Mich in ein überfülltes, stickiges Zelt quetschen, zu Blaskapellenmusik und dem Fliegerlied mit wildfremden, angesäuselten Tischnachbarn auf einer Bierbank schunkeln und Bier aus Literkrügen trinken – nein, das war nichts für mich als Nordrhein-Westfälin, die auch dem Karneval beziehungsweise Fasching nichts abgewinnen kann. Und dann auch noch so eine Kostümierung, eine Preußin im Dirndl ist doch irgendwie affig.

Irgendwann gab es auch für mich kein Entrinnen und ich kam nicht umhin, den Überredungskünsten von Kollegen und Freunden nachzugeben und mich mit ins Getümmel zu stürzen. Irgendwann gefiel es mir sogar, das Fest aller Feste. Es gefiel mir sogar so gut, dass ich mich jedes Jahr am ersten Wiesnsamstag mit Freunden um acht Uhr in der Früh in die Schlange vor unserem Lieblingszelt einreihte, wo wir uns mit unseren Semmeltüten und Frühstückszutaten bewaffnet stundenlang die Beine in den Bauch standen. Es gefiel mir so gut, dass ich mich auch Freitags nach der Arbeit zwei Stunden lang anstellte, um in das Zelt hineinzukommen, in dem meine Freunde schon am Feiern waren.

Anfänglich musste ich mir dabei immer die Frage anhören „Wo ist denn Dein Dirndl?“. „Ich habe gar kein Dirndl …“ Das habe ich ein paar Jahre durchgehalten, bis es mir zu blöd war. Mittlerweile hängt zumindest eines in meinem Kleiderschrank, obwohl ich mir darin zuweilen immer noch etwas kostümiert vorkomme. Das gute Stück kommt allerdings seit zwei, drei Jahren nicht mehr so häufig zum Einsatz. Ohne Reservierung macht ein Wiesnbesuch einfach nicht wirklich Spaß und eine solche zu bekommen ist bekanntermaßen schwieriger zu bekommen als eine Audienz beim Papst oder Dalai Lama. Im Kaffeezelt einen Kaiserschmarrn oder Zwetschgendatschi zu vertilgen oder bei schönem Wetter im Biergarten vor dem Zelt zu sitzen, ist ja gut und schön, aber mehr Gaudi ist einfach in den Bierzelten. Gut zu wissen, dass es heuer ein Reservierungskontingent für Münchner gibt: An den Wochenenden werden bis 15 Uhr in den reservierungsfreien Bereichen der Zelte Tische zum Reservieren freigehalten. Während der Woche muss in allen Festzelten mindestens ein Viertel der Plätze reservierungsfrei sein. Ich finde, das wurde Zeit!

Jetzt seid Ihr gefragt: Aufruf zum Mitmachen bei der Blogparade Ozapft is
Nun seid Ihr gefragt! Uns interessiert Eure Meinung zur Wiesn: Liebt Ihr sie oder hasst Ihr sie? Was haltet Ihr von Australiern, Italienern oder Japanern in Tracht? Tragt Ihr Tracht? Wie häufig geht Ihr zur Wiesn? Geht Ihr eher in die Festzelte oder mögt Ihr lieber den Rummel mit gebrannten Mandeln und Fahrgeschäften? Sind die jedes Jahr steigenden Preise gerechtfertigt? Wie haben die echten Münchner Kindl die Wiesn als Kind erlebt? Was bedeutet die Wiesn für die Zugeroasten unter Euch? Fragen über Fragen, die Ihr gerne erweitern könnt, Eurer Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt!

Wie könnt Ihr teilnehmen?
Die Blogparade läuft bis zum letzten Wiesntag, also bis 4. Oktober 2015. Schreibt auf Eurem eigenen Beitrag zum Thema „Wiesn“. Verlinkt darin auf diesen Artikel und teilt den Link zu Eurem Artikel in den Kommentaren, so dass wir keinen Post verpassen. Alle eingesendeten Beiträge verlinken wir hier und teilen sie in unseren Social-Media-Kanälen. Also: Fleißig in die Tasten hauen, wir freuen uns schon auf Eure Beiträge!

52 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Wies´n und Wasen - die Vorfreude steigt

  2. Nein, danke. muenchen.de meldet jede eingehende Email bei UCE-Protect als Spam, selbst wenn die Adresse fünf Minuten vorher noch gültig war. Der Absender bekommt dann einen bösen Brief von T-Online mit Androhung einer Anschlusssperrung.

    • Lieber Hubi,

      das ist das übliche Vorgehen bei Blogparaden 😉 falls du noch nichts davon gehört hast.

      Und: welche Bilder meinst du?
      Lieben Gruß
      Maggie

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  7. Ein Vereinbarkeitsversuch: Münchner Wiesn und zugroaste Fränkin

    Normalerweise schreibe ich ja eher über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Doch anlässlich der Wiesn widme ich mich heute mal einem ganz anderen Thema: der Vereinbarkeit von Wiesn und zugroaste Fränkin! Ob das geht?! Lest selbst ;-). Viel Spaß!
    http://mamaimspagat.de/ein-vereinbarkeitsversuch-muenchner-wiesn-und-zugroaste-fraenkin/

    Eure Nadja von Mama im Spagat

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  10. Am U-Bahnhof Theresienwiese kommen täglich Tausende von Wiesngästen an. Die Sprecher in der Wiesnkanzel am Bahnsteig koordinieren die Massen und halten sie mit lustigen Sprüchen bei Laune – und auf Trab. Denn die witzigen Ansagen haben auch eine ganz bestimmte Funktion …
    Alles über das längste Fahrgeschäft auf der Wiesn (die U-Bahn!) findet ihr in unserem Blogbeitrag: https://mvg-mobil-blog.de/fundstuecke/185-das-laengste-fahrgeschaeft-der-wiesn.html

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