So lief unsere Blogparade „Was würdet Ihr an München vermissen?“

Aus München möchte man eigentlich niemals wegziehen. München ist Heimat. Allein der Gedanke daran sorgt für einen Kloß im Hals. Falls es doch irgendwann sein muss, ist der Weggang mit einem oder gar zwei weinenden Augen verbunden. Und immer wieder macht es sich breit, dieses besondere Gefühl. Dieses Münchenweh. Dieses Gefühl, das sich wie ein roter Faden durch die 34 Beiträge zieht, die uns im Zuge unserer letzten Blogparade erreicht haben. „Was würdet Ihr an München vermissen?“ wollten wir von Bloggerinnen und Bloggern wissen, die München genauso lieben wir. Lest, warum die Münchner unter ihnen es sich nur schwer vorstellen können, woanders zu leben und warum den Weggezogenen das Millionendorf an der Isar so fehlt. 

„A bisserl was geht immer“, das Münchner Lebensgefühl

Helmut Dietls schillernde Originale haben es uns auf dem Bildschirm vorgelebt, das besondere Münchner Lebensgefühl. Dieses gewisse Quentchen Gelassenheit, dieses „A bisserl was geht immer.“ Sich den Genüssen des „Dolce Vita“ hingeben wie einst der ewige Stenz, das machen wir auch in 2016 noch gerne in Monaco di Baviera. In der Stadt, in deren hübschen Straßen mit den vielen Cafés es sich so wunderbar flanieren lässt. Genau dieses Lebensgefühl würde uns fehlen, wenn wir München verlassen müssten.  

In München lässt es sich einen Gang herunterschalten. Ein Prosit der Gemütlichkeit ruft es uns immer wieder entgegen, dieses Millionendorf, das auch die Zugezogenen von jenseits des Weißwurstäquators herzlich empfängt und früher oder später in seinen Bann zieht. Ein Ort, so heimelig. Wo man immer wieder zufällig jemandem begegnet, den man kennt. Das Viertel, in dem wir wohnen, eine große WG. Auch wenn man es eilig hat, für einen kleinen Ratsch mit dem Nachbarn, den wir auf der Straße treffen, ist immer Zeit.  

Einen Samstag auf dem Viktualienmarkt verbringen, wie würden wir das vermissen. Es gibt kaum einen Ort, an dem das Münchner Lebensgefühl so spürbar ist wie dort. Außer im Biergarten vielleicht. Unterm Kastanienbaum die Zeit vergessen. Ratschen, essen, trinken. Mit Bekannten. Und mit Fremden. Ein Prosit der Gemütlichkeit. Nirgendwo fühlt sich das besser an als in München.  

Zum greifen nah – München und die Liebe zu Bergen und Natur

Was wäre München ohne die Berge. Natürlich würde uns an München die Nähe zu den Bergen fehlen. In München wird sogar ein Wandermuffel aus Wanne-Eickel zum Bergfex. Auch wenn wir nicht jedes Wochenende die Wanderschuhe schnüren: Wie oft sind wir schon den Olympiaturm hochgefahren, um einen Blick auf die Berge zu erhaschen, die sich bei Föhn so klar vom Himmel abheben und zum Greifen nah wirken. 

Wer lieber im Flachen herumspaziert oder radelt, hat dazu auch in der Stadt mehr als genügend Möglichkeiten. Denn München ist grün. Selbst in den größeren Grünoasen wie dem Englischen Garten und dem Nymphenburger Schlosspark finden wir unser Fleckchen zum Zurückziehen. Uns würde aber auch der kleine Stadtteilpark fehlen, wo wir im Schatten der alten Bäume immer gelesen und gedöst haben. Oder einfach in den Münchner Himmel geschaut haben. Und erst die Isar. Bilder von unzähligen Picknicks kommen hoch. Beim Grillen haben wir neue Freundschaften geschlossen. Ein wenig sentimental werden wir bei all diesen Erinnerungen.

Kulinarik – München kann mehr als Brezn

Die Brezn, dieses knusprig-krosse Laugengebäck, das in München erfunden wurde, würden wir über alles vermissen. Wir lieben die Brezn so sehr, dass wir ihr sogar eine Ode widmen. Dazu eine Portion Obazda und wir sind noch glücklicher. Wir würden natürlich auch die Schmalznudeln vermissen. Das Münchner Schnitzel würde uns abgehen. Neben den klassischen bayerisch-münchnerischen Gaumenfreuden weinen wir natürlich auch dem Munich Mule hinterher. Und Institutionen wie dem Dallmayr und dem Käfer. Und den guten italienischen Restaurants und Espressobars. Der Münchner weiß eben zu genießen. 

Kultur, Freizeit, Feste und Festivals

Uns würde an München das große kulturelle Angebot fehlen, das für jeden etwas parat hält, egal ob jung oder alt, ob Opernliebhaber oder Heavy-Metal-Fan. Schlechtes Wetter? Egal. Langweilig wird es in München nie. Auch nicht mit Kindern. Vielleicht gibt es auch woanders ein Kinderkunsthaus, einen Dschungelpalast, ein Kindermuseum, ein Turncafé? Vielleicht auch nicht. Deshalb bleiben wir lieber in München wohnen. Weil wir sowieso noch nie Lust hatten wegzuziehen. Denn: auch wenn München nicht Berlin ist und wir München unter anderem wegen der Ästhetik lieben, dem Herausgeputztem, finden wir in München auch alternative Kulturangebote. Die Münchner Metalszene, klein aber herzlich. Wir sind zwar ganz froh, dass unsere Häuser nicht wie in Berlin zugesprayt sind, finden es aber cool, dass es in München auch eine Street-Art-Szene gibt und neue kreative Räume für junge Künstler. Das würde uns definitiv fehlen.  

Großgeworden auf dem Land vor den Toren Münchens hatten wir von den wilden Partys in Schwabing gehört. Und sind unserem Gefühl gefolgt, nicht nach Berlin, Hamburg oder Köln zu ziehen, sondern nach München. Unsere Partys sind zwar nicht mehr gar so wild heute, aber die vielen Feste und Festivals in München, die würden wir vermissen. Die Wiesn sowieso. Und die Auer Dult. Aber auch das Isar-Inselfest. Die Straßenfeste. Mit Musik und dem ganz besonderen Flair. Das Streetlife Festival. Die Hofflohmärkte. Der Kulturstrand. Und natürlich das Tollwood.  

München, das Radlmekka

Vergesst Münster, das Radlmekka Deutschlands heißt München. Ein Fahrraddorf, in dem wir letztlich überall mit dem Drahtesel hinkommen. Auf dem Weg zur Arbeit treffen wir immer dieselben Menschen. Zu jeder Jahreszeit. Denn der wahre Münchner radelt auch bei Schnee und Eis. Mit dem Radl fahren wir die renaturierte Isar entlang. Dieser Blick von den Brücken auf die Stadt, was würden wir ihn vermissen! Genauso wie den wunderschönen Sonnenuntergang vom Olympiaberg nach unserer kleinen Radtour durch den Olympiapark. 

Die Grantler, Liebe auf den zweiten Blick und das Münchenweh
Natürlich hat München seine Macken. Der oder die Liebste zu Hause ja auch. Aber die gehören dazu, oder? Gewarnt wurde der Zugereiste. Vor der Schickeria. Und den Grantlern. Tatsächlich: nie in unserem Leben wurden wir so oft angemault wie hier. „Steig hoid endlich ein, du Saubazi, du zusammsuffana.“ Da zuckt der München-Neuling erst einmal zusammen. Dabei ist er doch von der Berliner Schnauze einiges gewöhnt. Irgendwann zaubert ihm dieser spröde Charme dann doch ein Lächeln auf die Lippen. Weil: Der Münchner meint es ja nicht böse. 

Manchmal war es auch Liebe auf den zweiten Blick. Gar nichts, hätte bis vor kurzem dann auch die patzige Antwort auf die Frage „Was würdest Du an München vermissen?“ gelautet. Man konnte nicht verstehen, warum München so hochgelobt wurde. Kultur, Kulinarik, Lebensgefühl, ja, das gibt es doch auch in anderen Städten? Und fühlte sich der Umzug von Berlin nach München nicht ein wenig so an wie von New York nach Neu-Ulm? Dann ist es aber doch passiert. Still und heimlich hat sich München eingeschlichen, tief hinein ins Herz. Dort hat es sich ausgebreitet, dieses Münchenweh, diese einzigartige Wohlgefühl …  

Die teilnehmenden Blogs im Überblick
Liebesbriefe an die Traumstadt, eine Ode an die Brezn, warmherzige Texte, bei deren Lesen sich dieses besondere Gefühl, dieses Münchenweh, an uns schmiegte – die Beiträge zu unserer Blogparade waren einfach wunderbar! Ein ganz großes Dankeschön an alle münchenbegeisterten Bloggerinnen und Blogger, die mitgemacht haben und ihre Gedanken niedergeschrieben haben. Wer noch einmal nachlesen möchte, was die Teilnehmer auf die Frage „Was würdet Ihr an München vermissen?“ geantwortet haben, findet hier eine Übersicht mit allen Blogs – wie immer in chronologischer Reihenfolge, so wie die Beiträge bei uns eingegangen sind. 

  1. redaktion42s weblog: Was würde ich an München vermissen?
  2. Hobbyweltverbesserer Blog: Hallo München ich bin zurück!
  3. Chaosreporter: Was würde ich an München vermissen?
  4. Daniela Heggmaier: München, Deine Medien und 7 Wege aus der Filterblase
  5. Taste of Sendling: Ode an die Brezn
  6. Hurra draussen: Lasst die Alpen wo sie sind, keine Sicht aufs Mittelmeer!
  7. Living 4 Taste: Meine Liebeserklärung an München
  8. Immer Ferien: Gardasee
  9. ichbinsdietina: Mein lebenswertes München
  10. Miss Mimi liest: Münchenweh
  11. Move to Munich: What I would miss about Munich
  12. erlebnisse4you: Was würde ich an München vermissen?
  13. Livelifegreen: Unser Rosengarten Das Gute liegt so nah
  14. Muenchen sehen: Was würde ich an München vermissen?
  15. münchnerSingles Blog: Wo die Grantler wohnen
  16. Meine Sicht der Welt: Heimweh
  17. Sinne und Reisen: Was ich an München vermisse
  18. Strickblog: Was würde ich an München vermissen?
  19. Run further: Hallo München, wie sehr würde ich dich vermissen
  20. Wellspa Portal: Die schönsten Weihnachtsmärkte rund um München
  21. Vliender: Was würde ich an München vermissen
  22. Muc to go: Ein Münchner Schnitzel essen
  23. B. and the World: München was ich keinesfalls missen will
  24. Matschbar: Was ich an München vermisse
  25. BezirztWas ich an München vermisse
  26. Zwetschgenmann: Blogparade Was würdet Ihr an München vermissen: Gratis-Bleistifte
  27. Mama im Spagat: Angebote für Familien und kurze Wege: Was ich an München am meisten vermissen würde.
  28. Jäger und Sammler: Was ich an München vermissen würde #Blogparade
  29. Ninastrada: Es gibt nix bessas wia wos guads Essen & Sport in München
  30. Alles in klein: Liebes München: Ein Brief an die beste Stadt der Welt
  31. La libreta roja: Was würde ich an München vermissen?
  32. Traveltelling: 11 Dinge, die ich an München vermisse
  33. Mami rocks: München vermissen geht ein ganzes Leben lang
  34. Blog in OrangeMünchen Vom Exil zur Heimat

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