„Dult ist Kult!“: Mit Münchner Bloggern unterwegs auf der Maidult

Dreimal im Jahr heißt es „Es ist Dult drunt in der Au!“. Dann verwandelt sich der Mariahilfplatz in der Au in einen bunten Jahrmarkt. Mit einer Mischung aus nostalgischen Fahrgeschäften, dem größten Geschirrmarkt Europas, jeder Menge Kitschigem, Kuriosem und Kulinarischem und einem ganz besonderen Flair begeistert die Auer Dult die Münchner jedes Jahr aufs Neue. Gemeinsam mit knapp 20 Münchner Bloggern, Instagrammern und Snapchattern haben wir uns anlässlich der Maidult auf Schatzsuche begeben, mit Dult-Originalen geplaudert und geschaut, was das einstige Kirchenfest „Tult“ so besonders macht. Unser Motto: „Dult ist Kult!“.

Markgeschehen von oben – eine Runde Russenrad gefällig?
Beschaulich geht es zu an diesem Abend in den kleinen Gassen mit den bezeichnenden Namen – Münchner Kindl Gasse, Schatzsuchergasse, Raritätengasse, Herztropfengasse. Die Dult ist eben nicht die Wiesn, und das soll auch so bleiben. Die meisten Besucher hat die Dult an den Wochenenden. Die Glocken der Mariahilfkirche läuten. Nach dem Regen der letzten Tage kommt tatsächlich die Sonne heraus. Perfekt, um unsere Entdeckertour auf der Maidult mit einem Blick von oben zu starten. Nichts wie hinein ins Russenrad! Und schon setzen sich die bunten Schaukeln des Riesenrads in Bewegung. Unser Blick schweift über das Marktgeschehen und weiter über die Stadt. Ein ganz schönes Tempo legt das Russenrad an den Tag, das übrigens 1924 seine erste Runde auf der Auer Dult drehte und in den Sechziger Jahren das höchste Riesenrad Bayerns war. Wie Rudi berichtet, hatte das Russenrad von der Dult einst sogar eine Rolle in einem US-amerikanischen Film, dafür wurde es am Promenadenplatz aufgestellt.

Auf der Dult gibt es nichts, was es nicht gibt: Kitsch, Trödel und Raritäten
Nach unserem schwungvollen Start in der Schaustellergasse geht es weiter zu Eva Brunetti. „A ganz Fesche“, wie unser Gästeführer Rudi findet, der uns nicht nur Hintergründe zur Dult erzählt, sondern uns auch mit den Schaustellern und Marktleuten ins Gespräch bringt. Fesch ist auch das, was Eva an ihrem Stand anbietet: selbstgemachte Hüte, glitzernde Fascinator und Schmuck aus echten Blättern, wahlweise versilbert oder vergoldet. Für die Hüte nutzt sie die unterschiedlichsten Materialien, verschiedene Filz- und Stroharten wie Exotenstroh oder Panamastroh. Zwei bis acht Stunden braucht sie pro Hut.

Auf der Dult gibt es nichts, was es nicht gibt, erzählt Rudi. An den knapp 300 Marktständen wird praktisch alles angeboten, was man sich vorstellen kann. Dinge, die man braucht oder nicht braucht. Wie etwa die Tasche eines Trambahnschaffners aus dem Jahre 1896 mit Geldtasche und Kassiergerät, die Rudi an einem Stand in der Karl-Valentin-Gasse für uns ausgräbt. Ein echter Hingucker. Ebenso wie das Trachtenzubehör. Sehr hübsch, das „Gelumperl“, wie der Standbesitzer sein großes Angebot an Charivari bezeichnet. Wer hätte gerne eine der schmucken Silberketten mit alten Silbermünzen, die die Antlitze der bayerischen Könige zeigen? Noch mehr Kitsch und Trödel gibt es an den Ständen, an denen wir vorbei schlendern – ein wahres Paradies für Vintage-Liebhaber. Richtige Schätze findet man hier, Rares und Antikes. Ich muss beim nächsten Mal mit mehr Zeit herkommen.

Eine völlig andere Welt: die Neuheitengasse. Hier werden Biotomaten und Einlegesohlen verkauft und Autos angezündet. Aber nur, um den Effekt der magischen Autopolitur „eincremen, abwischen, fertig“ zu demonstrieren, die wie Teflon wirkt. Der Test mit dem Benzin anzünden funktioniert, der schwarze Lack sieht auch nach dem kleinen Feuer aus wie neu.

Nicht ganz so hitzig geht es zu bei den Töpferwaren und den Namenstassen. Denn die müssen nach dem Beschriften nur noch geföhnt werden. So wie die Tasse, die eigens für uns mit dem Hashtag „Dult ist Kult!“ kreiert wird. Kleine Tassen, große Tassen, blaue Tassen, gelbe Tassen – die Auswahl ist riesig. Gearbeitet wird mit eingefärbtem Flüssigton, beschriftet mit Porzellanfarbe. Wer seinen Namen bei den vorgefertigten Tassen nicht findet, kann sich seine persönliche Tasse vorbestellen. Diese sollte man sorgfältig aussuchen, denn „Was küsst Ihr morgens als erstes? Eure Tasse!“, so die Standbesitzerin. Ist das so?

Kulinarische Dult: Stockwürste und Hollerblüzzante
Noch ein kurzer Abstecher beim Linkshänder e.V. in der Herztropfengasse, wo es ausschließlich Artikel für Linkshänder gibt, und dann geht es in die Münchner Kindl Gasse. Beim Wurst Michl warten schon allerlei Köstlichkeiten auf uns, allen voran die Spezialität des Hauses: Stockwurst. „Die Stockwurst ist so gut wie erledigt“, bedauerte Kabarettist Gerhard Polt vor Jahren. Tatsächlich gibt es die Stockwurst nur noch bei wenigen Münchner Metzgern. Sie ist kleiner und dicker als die klassische Weißwurst und schmeckt auch anders, denn sie enthält mehr Rind. Deshalb lässt sie sich auch nicht zuzeln. Das Gute: Man darf sie bedenkenlos nach 12.00 Uhr essen, am besten mit süßem Senf. Guten Appetit, schmeckt sehr gut. Genauso wie der Kartoffelsalat, das hausgemachte Sauerkraut und die Wiener, die wir ebenfalls kosten dürfen. Interessant: Standbesitzerin Manuela Weitner war von 1987 bis 1994 Münchner Kindl.

Zu guter Letzt noch einen Absacker bei der Kelterei Schmeißer – einen „Hollerblüzzante“. Der Höllerblüten-Sekt ist eine Art Hugo, aber tausend Mal besser, da weniger süß, aber dennoch richtig schön fruchtig. Auf dem Nachhauseweg knabbere ich noch ein wenig an den süßen, orientalischen Spezialitäten aus der Zuckerbäckerei Siljanovic und denke, ja, Dult ist Kult!

Noch mehr „Dult ist Kult“ auf Münchner Blogs
Auf diesen Blogs könnt Ihr noch mehr nachlesen über unsere Entdeckertour auf der Maidult:

  1. Bayerische Quadratschn: Dult ist Kult – auf an Bummel über d’Maiduid
  2. Livias Life is Style: Livia’s Auer Dult Blogger-Walk
  3. Photopraline: Dult ist Kult
  4. Mucbook: So hast Du die Auer Dult noch nicht gesehen
  5. Isarblog: Die Auer Dult ist Kult

Die Liste wird laufend ergänzt. Wenn Ihr bei Instagram, Twitter und Facebook die Hashtags #kultistdult und #auerdult eingebt, findet Ihr weitere Eindrücke der Blogger-Entdeckertour auf der kultigen Maidult.

„Es ist Dult drunt in der Au!“: Schon jetzt die nächsten Termine vormerken
Wer die Maidult verpasst hat oder sich schon jetzt auf die Jakobidult und die Kirchweihdult freut, sollte sich die nächsten Termine am besten direkt im Kalender notieren:

Jakobidult: 29.7. – 6.8.2017
Kirchweihdult: 14.10. – 22.10.2017

Was die Teilnehmer auf Instagram, Twitter und Facebook gepostet haben, findet Ihr zusammengefasst auf Storify.

Kommentar verfassen