After Wiesn Detox Tipps: Hangover-Cure-Smoothie

After-Wiesn-Detox – Vom Bierzelt zur Marathonstaffel , ein Selbstversuch an vier Tagen

Oktoberfest Muenchen Wiesn Liebe Radieserl BrotzeitSchee war‘s, gar is! Vorbei ist die Wiesn mit all ihren kulinarischen Ausschweifungen, 2 Wochen ausgiebiger bayrischer Lebensfreude, getreu dem Motto rund samma, gsund samma! Wer dachte schon beim unbeschwerten Ausrufen von „no a Maß“, dass nun weitere 500 Kalorien auf den Hüften landen, und auch die Kaasspatzn und gerösteten Mandeln wurden ohne Reue im Feiertaumel verdrückt, egal! Zuhause lagerten die guten Vorsätze im Kühlschrank in Form von Mandelmilch und Grünkernbratlingen, aber wen interessierte das, an Tagen wie diesen?

Und so kommt es wie jedes Jahr, 2 Wochen Feiern hinterlassen selbst beim noch so geübten Münchner Wiesngänger Spuren, das Dirndl zwickt unangenehm und das schlechte Gewissen lässt die guten Vorsätze für eine Nach-Wiesn-Detoxkur geradezu spriesen. Der Zeitpunkt für den Sprung ins vermeintliche Wellness-Hipster Dasein, könnte passender nicht sein, denn nach der Wiesn hat der gemeine Münchner tatsächlich mit einer plötzlichen Leere in seinen Feierabendstunden zu kämpfen. So verstaue ich das Dirndl im Schrank und widme meinem Immunsystem und Laufmuskeln eine Generalüberholung. Der Plan lautet, die Feierabende mit einem erfrischenden Wellness-Programm à la Smoothie statt Maß zu füllen.
Klingt super? Danke!

Tag 1
Ach, schon fast hatte ich vergessen, wie bequem Laufklamotten im Vergleich zur engen Tracht sind. Endlich wieder Bewegung, 10km durch den Olympiapark, Sonnenuntergang auf dem Berg mit Blick über das Stadion inklusive und als wäre das nicht schon genug Naturerlebnis nach der Bierzeltquarantäne, hüpfen auch noch Kaninchen den Wegesrand entlang, mei schee. Ein perfekter Trainingslauf für die Marathonstaffel, die unser Team gestern in der Münchner Herbstsonne absolviert hat. Und anscheinend haben nicht nur wir trainiert: Der gestrige Teilnahmerekord beim München Marathon hat tatsächlich bestätigt, dass es durchaus möglich ist, eine Woche nach der Wiesn weitere Strecken, als vom Goetheplatz ins Hackerzelt, zu laufen.

Tag 2
Als weiteren Kontrast zu den vergangenen Tagen bayrischer Folkore, zieht es mich heute ins Le Du, ein winziges Restaurant in der Theresienstraße, das nur ein Gericht auf der Speisekarte hat: Happy Dumplings. „Happy“ passt zu meinem Gemütsplan, und Dumplings erinnern mich an meine letzte Asienreise. Dazu gibt es exotisch klingende Tees, die mit jedem Schluck neue Energie einhauchen. Glaube ich zumindest. Bei den Teigtaschen habe ich als Vegetarier keine große Auswahl, aber die einzige fleischlose Variante mit Gemüsefüllung schmeckt lecker und die gesellige Atmosphäre in dem kleinen Raum trägt mich weit fort in vergangene Urlaubstage.

Tag 3
Auf meinem Heimweg vom Büro halte ich kurz an der Türkenstraße, um mir einen Wiesn-Hangover-Cure-Smoothie beim Superdanke zu gönnen. Ein teurer Spaß aus Grünkohl, Samen und Obst, aber das grasgrüne Gebräu schmeckt erstaunlich gut und macht so satt, dass es glatt das Abendessen ersetzt. Anstatt mich Zuhaue auf die Couch zu kuscheln, lasse ich mich vom beheizten Außenbecken des Nordbads gleich um die Ecke meiner Wohnung locken. Fürs gute Gewissen, geht’s erstmal ins Schwimmerbecken, jedoch sind die Bahnen mehr als gut besucht, ich bin wohl nicht die einzige, die nach dem andauernden Bierbanksgesitze dem Rücken etwas Gutes tun will. Nach der Hetzjagd gibt es das wohlverdiente Entspannen im warmen Außenbecken. Was für eine Wohltat, an der frischen Luft in der herbstlichen Dämmerung, mein persönlicher Lieblingsort für die kalte Jahreszeit.

Tag 4
Heute beginnt mein Yogakurs an der Volkshochschule. Aus dem riesigen Kursprogramm hatte ich schon vor dem Oktoberfest wohlweislich etwas Besinnliches für Körper und Geist gewählt und freue mich heute auf die erste Stunde, welche mich sofort in den Bann zieht. Tatsächlich stellt die VHS den Münchner vor die Qual der Wahl: Nicht nur in Bezug auf Sportkurse, auch kulinarisch ist dort einiges geboten, um wieder auf den gesunden Weg zu kommen. Warum nicht mal einen vegetarischen Kochkurs ausprobieren oder Käse selbst herstellen? Die Liste der Inspirationen ist groß, doch nach dem anstrengendem Yogakurs geht’s heute nochmal gemütlich auf einen Salat zum Dean&David. Manchmal darf man auch faul sein, selbst gekocht wird dann beim nächsten Mal.

Fazit
München macht es seinen Bewohnern einfach, innerhalb von zwei Wochen die Fitness zu ruinieren, aber dafür mindestens genauso leicht, sie binnen weniger Tage wieder herzustellen: Das Angebot an sportlichen Möglichkeiten ist riesig, genauso die wie die kulinarischen gesunden Schmankerl, für die man nicht mal tief in die Tasche greifen muss. Wohlbefinden für die Seele gibt es in der schönsten Stadt der Welt natürlich inklusive, dafür muss man keinen Marathon laufen, es reicht schon ein Spaziergang in der Mittagspause an der herbstlichen Isar mit der Sonne im Gesicht.

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ganz genau, der Artikel trifft das „After-Wiesn-Feeling“ sehr gut.. Das Le Du in der Theresienstrasse ist eine echte Bereicherung für das Viertel, die Dumplings schmecken einfach klasse..!

  2. 😀 trifft den Nagel auf den Kopf..und so nett / humorvoll geschrieben, dass ich mich schön auf den nächsten Artikel freue 🙂
    Ähm allerdings muss ich da noch einmal gaaaanz tief in mich gehen, um nach der Wiesn beim Marathon mit zu laufen…also da übe ich vielleicht erst noch einmal zwei Jährchen 😉

  3. War echt gut das Oktoberfest aber ich hab bestimmt 3 KG zugenommen bei meinen Besuchen. Und wenn man einmal im Bierzelt sitzt will man ja auch nicht mehr weg 😉

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