2016 – ich freu mich drauf!

Wenn das neue Jahr ein paar Tage alt ist und das Wetter ein bisserl grau, schaue ich gerne nach vorne und freu mich auf meine kleinen, persönlichen Höhepunkte des Jahres, die das Leben in meiner Stadt bunt machen.

Wie jedes Jahr habe ich mir zu Sylvester wieder viel vorgenommen: Endlich mehr Sport, mehr Salat und weniger Süßes. Jedes Jahr kommen mir in der Prälat-Zistl-Straße 8 aber auch zuverlässig Faschingskrapfen, Striezel und Auszogne in die Quere. Das ganze Jahr fasse ich keine Schmalznudeln an, doch wenn es Fasching wird, werde ich Stammgast im Café Frischhut, schräg gegenüber der Schrannenhalle. Schon in der Auslage lachen einen die frischen Striezel an – für mich die beste Adresse in Sachen Schmalzgebäck in ganz München.

Glücksmomente an der Glyptothek und im Botanischen Garten
Meistens stecke ich noch bis zum Unterkiefer in Schal, Rollkragenpulli und dickem Mantel, doch die ersten wärmenden Sonnenstrahlen streicheln einen schon. Besonders schön warm ist es dann auf den Stufen der Glyptothek – ein Glücksmoment für mich, jedes Jahr wieder. Und an sehr schönen Tagen gehe ich auch gerne zum Großhesseloher See in den Biergarten. Wenn die Schneeglöckchen blühen, eröffnen die Gäste dort die Biergartensaison und trinken in der leicht wärmenden Frühjahrssonne ihre erste Freiluftmass.

Nach dem Winter-Grau-in-Grau ist auch der erste frische Tulpenstrauß ein absolutes Highlight in meiner Wohnung und ein Genuss für die Augen. Schnittblumen sind eigentlich nicht so mein Fall aber bei Tulpen im Frühjahr mache ich eine Ausnahme – je mehr und je bunter, desto besser.

Wenn man Ende März, Anfang April schon wieder ohne Handschuhe Radl fahren kann, ist es die beste Zeit, für einen Ausflug in den Botanischen Garten. Dort hat der Frühling die Oberhand und zeigt sich von seiner schönsten Seite: In allen Farben blühen dann die Tulpen, die Narzissen strahlen hellgelb und die Kirschen und Zieräpfel zeigen langsam ihre zarten Blüten – für mich ist hier der Frühling in München zuhause.

Alljährlicher Flohmarktwahnsinn
Eines meiner persönlich gesetzten Frühlingstermine ist der Flohmarkt auf der Theresienwiese im April. Egal wie früh ich aufstehe, ich werde nie alles gesehen haben – ein Wahnsinn! Riesengroß und jede Menge lustiger Krempel, von dem ich das ein oder andere Stück mit etwas Fantasie in mein eigenes Wohnsammelsurium einbaue. Die Mischung macht´s.

Wenn es warm wird, hole ich auch gerne wieder mein Dirndl aus dem Schrank. Ja, ich freu mich drauf auch jenseits der Wiesn mein Dirndl anzuziehen. Denn falls es nach der Winterpause noch passt, ist mein Dirndl eine modische Wunderwaffe: Egal wie groß, klein, dick oder dünn man ist – in einem Dirndl sieht jede Frau gut angezogen aus.

Und auch wenn das Dirndl nach dem Essen a bisserl spannt – ein paar frische Erdbeeren gehen immer. Die ersten Erdbeeren, die auch nach Erdbeeren schmecken, kaufe ich mir meistens auf dem Viktualienmarkt und den ersten Spargel am liebsten bei den Standlfrauen in der Fußgängerzone.

München, die Stadt der Möglichkeiten
Im Sommer freue ich mich jedes Jahr darauf mit frisch lackierten Fußnägel in nagelneuen Sommerschlapperl durch Schwabing zu laufen und die verrückten Eissorten beim gleichnamigen Eismacher zu probieren oder die Surfer auf der Eisbachwelle zu beobachten. Auch die Qual der Wahl gehört für mich zum Sommer: Sollen wir zur Isar, zum Eisbach oder ins Freibad gehen? Und am Abend mit der Picknickdecke zum Kino-Openair oder lieber in den Olympiapark zu einem kostenlos und draußen Konzert am Theatron. Im Amphietheater neben der Olympiaschwimmhalle treten die unterschiedlichsten Bands auf und die Atmosphäre ist einfach sehr lässig und sehr münchnerisch.

Im letzten Jahr haben wir uns auch öfter im Sommer mit Freunden im Hofgarten getroffen. Im Schatten der Bäume bei einer Runde Boule und einem kleinen Pastis in der Hand, hat man das Gefühl, dass München nur einen Steinwurf von Nizza entfernt liegt.

Stadt der Möglichkeiten
München ist für mich die Stadt der Möglichkeiten: An einem föhnigen Tag vom Alten Peter aus das Bergpanorama sehen und drei Stunden später auf einem der Gipfel stehen – im Herbst kein schlechter Plan.

Im Oktober freu ich mich auf die letzte Chance auf die Dult zu kommen. Falls ich es weder zur Mai-Dult noch zur Jacobi-Dult im August schaffen sollte, hab ich immer noch im Herbst die Möglichkeit, mir auf der Dult endlich einen neuen Wunderhobel zu kaufen oder einen Wunderputzlappen oder sonst ein Patent, dass wundersame Arbeitserleichterung im Haushalt verspricht.

Im Herbst freue ich mich immer über Wärmendes für Körper und Seele. Dann ist ein Besuch im Müllerschen Volksbad genau das Richtige. In der altehrwürdigen Schwimmhalle finde ich es auch gar nicht schlimm, wenn mein Körper ganz langsam und ohne jeglichen sportlichen Ehrgeiz seine Bahnen schwimmt. Allzu hektische Bewegungen würden das ruhige Ambiente nur unnötig stören. Aber nicht nur die Schwimmhalle ist wunderschön, auch der Sauna- und Dampfbadbereich ist ein Besuch wert und wärmt tiefgründig.

Tiefgründig wird es meistens auch, wenn es um Wärmendes für die Seele geht. Die Lesungen im Literaturhaus sind dafür eine sehr gute Adresse. Ob Buchvorstellung, Podiumsdiskussion oder musikalische Lesung, die vielseitigen Veranstaltungen bremsen den alljährlichen Vorweihnachtsstress etwas aus und tun Kopf und Seele gut.

Besuch bei der Christkindlpost
Wenn dann in der Fußgängerzone wieder die Holzbuden für den Christkindlmarkt stehen, gehe ich mit meinen Kindern zum Christkindlpostamt ins Rathaus. Schon meine Mutter kam mit mir in der ersten Dezemberwoche immer hierher. Kinder dürfen hier ihren Wunschzettel mit hochoffiziellem Christkindl-Stempel versehen abschicken – und bekommen dann vielleicht vom Christkindl das ein oder andere ihrer Bestellung auch unter den Weihnachtsbaum geliefert.

Zu Sylvester steh ich dann wie jedes Jahr mit Familie und Freunden irgendwo in der Stadt und lasse das Jahr Revue passieren: Was war wunderbar, was sonderbar, was hat sich verändert, was blieb? Dann schaue ich nach vorne und freue mich auf das kommende Jahr mit seinen kleinen und großen Höhepunkten.

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo, es ist wirklich nicht böse gemeint, aber es heißt Silvester und nicht Sylvester mit y. Sylvester ist ein männlicher Vorname, Du meinst Silvester. Ein leider weit verbreiteter Fehler.

    LG Manu

    • Hallo Manu, danke für den Hinweis. Das wusste ich wirklich nicht – ich dachte immer Sylvester hat an Sylvester Namenstag… Ich werde versuchen es in Zukunft daran zu denken 🙂

Schreibe einen Kommentar